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| Tatjana Dörfler in der Lese-Insel der St.-Georg-Schule. Mit dieser Lese-Insel begann der großartige Erfolg für lesende Schulkinder in Augsburg. |
Neue Augsburger Rundschau: Wir treffen hier in der St.-Georg-Schule die Augsburger Bildungs- und Kulturreferentin Tatjana Dörfler. Hallo Frau Dörfler ...
Tatjana Dörfler: Ja, hallo, Herr Loeb, schön, Sie sogar in den Ferien hier zu treffen.
Neue Augsburger Rundschau: Fürs Lesen opfert man sich ja immer. Ich habe ein paar wichtige Fragen an Sie. Es ist ja unglaublich, aber wahr. In Augsburg hat die Grundschule in Kriegshaber die meisten Ausleihzahlen in ganz Deutschland in der Schulbücherei. Was glauben Sie, wie kann das zustande kommen?
Tatjana Dörfler: Ja und das schon zum zweiten Mal. Das ist das Tolle, dass das wirklich kontinuierlich ist. Ich glaube, der große Erfolg der Lese-Inseln der liegt vor allem daran, dass das ein Projekt ist, bei dem die ganze Schulfamilie mitmacht und bei dem es ganz viel ehrenamtliches Engagement gibt und bei dem auch eine sehr gute Verknüpfung zur Stadtbücherei vorhanden ist. Und das gemeinsam macht's aus.
Neue Augsburger Rundschau: Da hängen wir noch die nächste Frage an. Sie waren ja schon immer schwer engagiert, auch als Stadträtin. Was war denn so der Punkt, der Sie sehr überzeugt hat, bei diesem Konzept der Lese-Inseln?
Tatjana Dörfler: Ich glaube, Kinder brauchen schöne Orte zum Lesen, wenn wir sie zum Lesen begeistern wollen. Und das ist bei diesem Lese-Insel-Konzept einfach der Fall. Das macht Spaß, hier zu sein. Hier fühlt man sich wohl. Hier gibt's nicht nur Bücher, die man sich aussuchen kann, sondern man hält sich hier einfach auch gerne auf. Und ich selbst hatte einfach das Glück, dass ich immer in Schulen war mit schönen Schulbibliotheken und da die Lust aufs Lesen auch gewonnen habe.
Neue Augsburger Rundschau: Neugieriges Lieschen, fand ein Radieschen, in Tantes Klavier, das Radieschen gehörte ihr. Liebe Tatjana Dörfler, von wem könnte dieses lustige Gedicht wohl stammen? Was glauben Sie, welcher Augsburger Autor und Theatermacher steckt dahinter?
Tatjana Dörfler: Ja, ein großer Augsburger Autor, den natürlich jeder, der in der Stadt hier lebt, kennen sollte, ist Bert Brecht. Und ich vermute, dass es von Brecht ist.
Neue Augsburger Rundschau: Richtig, richtig. Glauben Sie, dass man Schülerinnen und Schülern Bert-Brecht-Texte zumuten kann?
Tatjana Dörfler: Ich glaube, zumuten und zutrauen darf man Kindern ganz viel, was Texte angeht. Die Lese-Inseln selbst sind ja auf Grundschulkinder und Mittelschulkinder ausgerichtet. Ich glaube, da darf man sich nicht nicht verkopfen. Das Wichtigste ist erstmal, dass wir Lust aufs Lesen machen, egal welche Texte das sind. Aber, dass in Augsburg die Beschäftigung mit Brecht auch in der Schule dazu gehört, das ist ganz klar
Neue Augsburger Rundschau: Jetzt die nächste Frage an unsere Bildungs- und Kulturreferentin Tatjana Dörfler. Es gibt in Augsburg in den Schulen schon 13 Lese-Inseln, aber wir wollen nun wissen, wo kommen die nächsten Lese-Inseln? Das interessiert uns.
Tatjana Dörfler: Das Projekt soll natürlich weitergehen und die nächsten Lese-Inseln sind ja auch schon geplant. Als Erstes kommt die neue Lese-Insel in der Johann-Strauß-Grundschule in Haunstetten. Das wird richtig schön und groß. Da freuen wir uns schon sehr drauf. Und auch bei der Sanierung der Schillerschule sind schon Räumlichkeiten eingeplant.
Neue Augsburger Rundschau: Die Schillerschule, denke ich, in Lechhausen?
Tatjana Dörfler: Genau.
Da freuen sich die Kinder jetzt schon, große Vorfreude.
Neue Augsburger Rundschau: Jetzt zum Schluss noch ganz was Privates. Wir wollen von Tatjana Dörfler wissen, wie schaut es denn aus? Wo und wie lesen Sie am liebsten ihre Bücher?
Tatjana Dörfler: Ich lese am allerliebsten draußen, draußen im Garten, oder draußen im Park. Das finde ich super, wenn das im Sommer geht. Und ja, habe da auch die Sommertage echt genutzt.
Neue Augsburger Rundschau: Und gibt's da bisschen was zum Knabbern oder zum Trinken dazu und
Tatjana Dörfler: Wenn ich da länger bin, dann brauche ich auf jeden Fall was zum Knabbern oder ein Schorle dabei. Oder wenn's dann wieder kälter wird auch eine Tasse Tee.
Neue Augsburger Rundschau: Prima, das machen wir in nächster Zeit auch so. Dann kann man bestimmt ganz wunderbar lesen. (Pause) Tja, was machen wir jetzt? Ich würde sagen, als Abschluss fragen wir doch die Tatjana Dörfler noch, was schätzen Sie, wie viele Medien, Bücher, CDs und DVDs haben denn die Augsburger 13 Lese-Inseln zusammen? Sind es 10.000, 20.000, 30.000 oder gar 40.000?
Tatjana Dörfler: Viele, viele sind's auf jeden Fall. Ich schätze jetzt mal bei den 13 Standorten, die wir jetzt in Augsburg haben, 20.000, bestimmt.
Neue Augsburger Rundschau: Ja, bestimmt. Es sind sogar 40.000.
Tatjana Dörfler: Super. Und es werden noch mehr ...
Neue Augsburger Rundschau: Ich bedanke mich ganz herzlich fürs Interview und wünsche Ihnen viel Erfolg beim Lesen und beim Auffüllen der Lese-Inseln.
Das Interview führte Arno Loeb
P.S.: Im Gespräch habe ich von Tatjana Dörfler noch erfahren, was sie als Kind am liebsten gelesen hat und welches Buch sie auf eine einsame Insel gerne mitnehmen würde, damit es ihr dort nicht langweilig wird. Sie sagte, sie würde ein Buch von Astrid Lindgren mitnehmen und zwar das mit Meisterdetektiv Kalle Blomquist. Wenn es ginge, sogar alle drei Bände davon.
Ich fragte sie auch noch, was sie als Kinderbuch-Autorin schreiben würde, über welche Superheldin oder welchen Superhelden, damit auch Lesemuffel sich sofort in so ein Buch zum Lesen reinstürzen? Sie meinte daraufhin, am besten mit einer mehrköpfigen Bande, bei der alle Mitglieder verschiedene Charaktere besitzen, damit sich ein Lesemuffel darin wiederfinden kann und dann begeistert liest.
Zur Person Tatjana Dörfler:
Tatjana Dörfler ist Juristin und erfahrene Augsburger Kommunalpolitikerin der SPD. Sie arbeitete unter anderem für das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und engagierte sich jahrelang im Augsburger Stadtrat. Dort setzte sie sich als bildungspolitische Sprecherin sowie im Wirtschafts-, Beteiligungs- und Liegenschaftsausschuss für moderne Lernorte, chancengerechte Bildung und die städtische Entwicklung ein.
Im Mai 2026 wählte der Augsburger Stadtrat Tatjana Dörfler zur Referentin für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Welterbe der Stadt Augsburg. In ihrer Arbeit verknüpft die dreifache Mutter Bildungs, und Kulturangebote eng miteinander und legt großen Wert auf den fraktionsübergreifenden Dialog sowie die Förderung der freien Szene.
Mehr über Tatjana Dörfler und ihr Engagement erfahren Sie auf der
Website der SPD-Fraktion Augsburg.
"Die nächsten Lese-Inseln sind schon geplant!"

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