Große Eröffnung des Augsburger Hauptbahnhofs! Viel Juhu - aber auch viel Kritik!


Irgendwie soll diese Eröffnung die Menschen in Augsburg.
über die ärgerliche Baustelle an vielen Jahren hinwegtrösten. Aber eine Teileröffnung, na, das riecht schon wieder nach Provisorium. Das kommt auch nur Teilfreude auf.


Der Augsburger Stadtrat Christian Pettinger, der auch gute Seiten am neuen Hauptbahnhof sieht, kritisiert zu seiner Eröffnung einige schlimme Zustände an diesem Bahnhof: Planungsfehler, keine Straßenbahn aus dem Westportal und zu viele Bäume gefällt.


Dass es bis zur Inbetriebnahme des Straßenbahntunnels unterm Hauptbahnhof dann nochmals mindestens ein Jahr dauere, sieht ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger bei aller Freude über die Eröffnung der neuen Verteilerebene schon als großen Wehrmutstropfen: „Bei allem Verständnis für coronabedingte Lieferprobleme sind ja wohl auch in der Planung Fehler gemacht worden. Aber am schwersten wiegt für mich, dass auch bei der Öffnung des Tunnels im Jahr 2025 erst mal noch keine Straßenbahn aus dem Westportal hinausfahren wird. 

Stadtrat Pettinger sieht Planungsfehler beim Augsburger Hauptbahnhof.


Und dies, obwohl der Anschluss der 6er-Tram nach Pfersee eigentlich schon jetzt gebaut werden könnte, da für eine Trassenführung über die Rosenaustraße bereits Baurecht besteht. Dass dies nicht geschieht ist für mich ein klares Versagen der Stadtregierung, die mit ihrer Vorstellung einer geflügelten Trassenführung ohne Not ein neues Planfeststellungsverfahren angestrengt hat. Das läuft jetzt bereits auffällig lange, was darauf hindeutet, dass auch die Regierung von Schwaben mit der geflügelten Streckenführung Probleme hat.“

Als einen Erfolg seiner jahrelangen Bemühungen um die Offenhaltung der Posttunnel im Norden der Bahnsteige wertet Pettinger die Zusage der Bahn, dass die Tunnels weiter für die Reisenden offenbleiben würden. Pettinger: „Solange wir auf der Westseite des Bahnhofs noch kein Fahrradparkhaus haben, ist die Zugänglichkeit für radelnde Reisende aus dem Augsburger Norden und Westen ein dickes Plus, da sie dort sowohl ein Fahrradparkhaus als auch zusätzliche Abstellplätze für ihre Drahtesel vorfinden. 



Aber auch bei Ausfall oder Wartung der neuen Aufzüge bleibt über die Posttunnels ein Zugang für Rollstuhlfahrende weiterhin gewährleistet.“ Begrüßt wird von der ÖDP auch, dass die Bahn inzwischen nicht mehr auf eine Verkürzung der Überdachungen auf den Bahnsteigen besteht. Dies zeige, dass wenn die Stadtgesellschaft geschlossen auf die Bahn zugehe, sogar der Riesenkonzern zu bewegen sei.

Sorgen macht sich Stadtrat Pettinger aber auch noch um ein anderes Thema: „Bei der Gestaltung des Bahnhofsvorplatz Ost hatte in einem Architekturwettbewerb ja erst einmal ein Entwurf gewonnen, der die Bestandsbäume erhalten hätte. Zwischenzeitlich war aber von der Stadtregierung die komplette Fällung aller Bestandsbäume favorisiert worden, um einen ‚urbanen‘ Platz zu gestalten, der als Steinwüste vor allem Parkplätze und Veranstaltungsflächen enthalten sollte. 

Erst aufgrund der zahlreichen Proteste aus der Stadtgesellschaft hat die Stadt jetzt durch einen Gutachter die Bäume untersuchen lassen und siehe da: ein Großteil wird als erhaltenswert eingestuft! Hier muss also nochmals genau überlegt werden, wie der Platz zukünftig ausschauen soll. Es reicht ja auch, dass durch das Containerdorf auf der Südseite des Platzes schon ein Großteil der dort ursprünglich stehenden Bestandsbäume so geschädigt wurden, dass sie abgeholzt werden mussten. 

Wenn wir für die Zukunft ein verträgliches Klima auf dem Bahnhofsvorplatz schaffen wollen, brauchen wir viele schattenspendende Großbäume und keine versiegelten Steinflächen.“

Christian Pettinger
Stadtrat der ÖDP

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