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| Theater ums Theater. |
BSW Augsburg fordert wirtschaftlich tragfähige Lösungen
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) sammelt derzeit Unterstützungsunterschriften für die Zulassung zur Kommunalwahl am 8. März. In seiner aktuellen Pressemitteilung bringt das BSW Augsburg konkrete Vorschläge in eine festgefahrene kommunalpolitische Debatte um den Theaterstandort Augsburg ein.„Das Projekt Theaterausbau steckt in einer Sackgasse“, erklärt Jens Wunderwald, Oberbürgermeisterkandidat des BSW Augsburg. „Augsburg braucht einen klaren, ehrlichen und vernünftigen Plan.“
Das BSW Augsburg schlägt keinen Kahlschlag vor, sondern eine strukturelle Neuordnung. Ziel ist es, den laufenden Betrieb zu sichern, Kosten zu senken und die Stadt dauerhaft zu entlasten.
1. Betriebsreform statt Bauausweitung
| Der neue Augsburger Baureferent kam mit dem Theater-Architekten Achatz nicht klar. |
Das BSW lehnt den Neubau weiterer Gebäude rund um das eigentliche Theater ab. Neue Spielstätten, Werkstätten, Lager oder Funktionsbauten würden die Investitionskosten weiter erhöhen, ohne den strukturellen Kostendruck zu lösen.
„Gerade hier zeigt sich schmerzlich, dass die Politik seit Jahren grundlegenden Fragen konsequent ausweicht“, so Wunderwald. Stattdessen schlägt das BSW vor, Werkstätten, Lagerflächen und logistische Einheiten in günstig anzumietende Gewerbeimmobilien auszulagern. Solche Flächen stehen im Stadtgebiet und im Umland ausreichend zur Verfügung und verursachen nur einen Bruchteil der Kosten eines kommunalen Neubaus.
Der derzeitige Repertoirebetrieb bedeutet, dass viele unterschiedliche Produktionen parallel vorgehalten und im ständigen Wechsel gespielt werden. Das erhöht Bühnenumbauten, Lagerbedarf und technische Komplexität – und treibt die laufenden Kosten strukturell nach oben.
| Die BSW in Augsburg braucht Unterschriften von Unterstützern. In der Mitte Spitzenkandidat Jens Wunderwald. |
Das BSW spricht sich daher für eine Reform des Spielbetriebs hin zu einem En-suite-Modell aus. Dabei werden weniger Produktionen hergestellt, diese jedoch über längere Zeiträume regelmäßig gespielt.
Das reduziert Umbauten, Transportaufwand und Lagerkosten erheblich und erhöht zugleich Planbarkeit und Auslastung. International ist dieser Betriebsmodus Standard – wirtschaftlich, planbar und publikumsnah.
2. Klare Zuständigkeit: vollständige Übertragung an den Freistaat
Das sogenannte Staatstheater Augsburg befindet sich derzeit in einer Mischträgerschaft zwischen Stadt und Freistaat Bayern. Diese Konstruktion ist politisch bequem, aber ökonomisch riskant.
„Geteilte Verantwortung heißt am Ende: Niemand ist zuständig“, so Wunderwald.
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| Das Augsburger Stadttheater 1910, bevor es von Adolf Hitler umgebaut wurde. Und auch nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg orientierte man sich am Hitler-Gebäude. |
Die Stadt Augsburg trägt im laufenden Haushalt für den Theaterbereich derzeit eine jährliche Belastung von rund 20 Millionen Euro. Diese Summe entspricht in Augsburg etwa den Kosten für zwei neue Radbrücken oder mehreren umfassenden Schulsanierungen. Die Mittel fehlen dauerhaft bei Bildung, Infrastruktur und Wohnungsbau.
Ohne klare Zuständigkeit wird das Theater dauerhaft ein Haushaltsrisiko bleiben.
Das BSW Augsburg fordert daher die vollständige Übernahme des Theaters durch den Freistaat Bayern – organisatorisch, finanziell und baulich. Der Stadtrat wird aufgefordert, noch in dieser Wahlperiode Gespräche mit dem Freistaat über eine vollständige Übernahme aufzunehmen.
Eine solche Lösung würde für Augsburg bedeuten:
- eine spürbare Entlastung des städtischen Haushalts,
- den Wegfall langfristiger Sanierungs- und Betriebsrisiken,
- Planungssicherheit statt jährlicher Notverhandlungen.

„Ein Staatstheater gehört in staatliche Verantwortung – Schluss mit halben Sachen.“
Gesellschaftliche Akzeptanz zurückgewinnen
Das BSW Augsburg ist überzeugt: Das Theater hat in Augsburg über mehrere Wahlperioden hinweg durch Fehlentscheidungen, Kostenexplosionen und mangelnde Transparenz an gesellschaftlicher Akzeptanz verloren. Dies ist kein Vorwurf an Künstlerinnen und Künstler, sondern das Ergebnis politischer Verantwortungslosigkeit.
Gerade deshalb braucht es jetzt einen Kurswechsel, der befriedet statt polarisiert.

Kultur kann nur dann dauerhaft bestehen, wenn sie von einer breiten Stadtgesellschaft getragen wird – nicht als Prestigeprojekt, sondern als gemeinsame Institution, die erklärt, verstanden und mitgetragen wird.
„Unser Ziel ist nicht der nächste Kulturstreit“, so Wunderwald abschließend, „sondern die Rückgewinnung von Vertrauen und Akzeptanz.
Ein Theater, das finanziell nachvollziehbar, politisch ehrlich geführt wird und klare Zuständigkeiten hat, kann wieder verbinden statt zu spalten.
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| Staatsintendant André Bücker: "Ich glaube nicht, dass ich noch hier bin, wenn das große Haus unseres Staatstheater wieder Theater auf die Bühne bringt." |


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