Augsburger Freilichtbühne kaputt! Veranstaltungen werden aufs Augsburger Gaswerkgelände umgelenkt!

 

Augsburgs Kulturreferent Jürgen Enninger und und Baureferent Steffen Kercher erläutern Gründe für die Sperrung der Freilichtbühne und geben Ausblick auf das Gaswerksgelände als Ersatzspielstätte.

Eine turnusmäßige Bauwerksuntersuchung auf der Augsburger Freilichtbühne am Roten Tor Wall kam zu dem Ergebnis, dass sich der bauliche Zustand der Tribüne im Vergleich zur letzten Untersuchung deutlich verschlechtert hat.

Da ein sicherer Betrieb nicht mehr zu gewährleisten ist, kann die Freilichtbühne ab der Spielzeit 2026 nicht mehr bespielt werden. Mit dem Gaswerksgelände ist bereits eine Ersatzspielstätte gefunden, sodass auch in diesem Jahr Konzert- und Musicalaufführungen im Freien stattfinden können.

Historie der Augsburger Freilichtbühne

Die ersten Freilichtspiele in Augsburg wurden 1928 auf Betreiben des damaligen Leiters des Verkehrsvereins (Regio Augsburg Tourismus GmbH) Hans Alfred Steib veranstaltet: Vor der Kulisse von St. Ulrich und Afra ging nach Salzburger Vorbild Hugo von Hofmannsthals ’Jedermann’ in Szene. Eine Anregung des Direktors der Münchner Kammerspiele Otto Falckenberg aufgreifend beschloss der Stadtrat am 31.5.1929, den Wallgraben am Roten Tor zu einer Freilichtbühne umzugestalten. Das wissen wir durch den Autor Günther Grünsteudel durch seinen Beitrag im Augsburger Stadtlexikon

Nachdem die ersten Gehversuche der Freilichtspiele in Augsburg Ende der 1920er Jahre noch etwas holprig verliefen, wurde es nach der dunklen Pause des Zweiten Weltkriegs erst so richtig lebendig. Ab 1946 wehte endlich wieder ein frischer Wind durch den Wallgraben am Roten Tor. Die Augsburger holten sich den Glanz der großen weiten Welt direkt vor die Haustür, besonders die italienische Opernprominenz gab sich bis in die 1970er Jahre regelmäßig das Mikrofon beziehungsweise den Taktstock in die Hand.

Heute ist die Bühne mit ihren 2.217 Plätzen eine echte Institution für laue Sommerabende. Von Mitte Juni bis Ende Juli zaubert das Theater Augsburg dort alles von Oper bis Musical unter den Sternenhimmel. Die Kulisse ist so stimmungsvoll, dass man sich kaum entscheiden kann, ob man mehr auf die Bühne oder die historischen Mauern schauen soll.


Im Januar 2026 wird die Augsburger Freilichtbühne für baufällig erklärt. Keine Veranstaltungen dort mehr möglich.


Keine Produktionen

Das Staatstheater Augsburg meldet uns im Januar 2026: "Die Stadt Augsburg hat das Staatstheater Augsburg darüber informiert, dass die Freilichtbühne am Roten Tor ab sofort geschlossen ist. Eine Prüfung des Hochbauamtes durch einen externen Statiker hat ergeben, dass die statische Sicherheit der Zuschauertribüne nicht mehr gegeben ist. Eine Freigabe für den Spielbetrieb kann nicht mehr erfolgen.

In der laufenden Spielzeit 2025/2026 wird keine Produktion auf der Freilichtbühne am Roten Tor stattfinden. Nach aktuellem Kenntnisstand können auch in den kommenden Spielzeiten keine Produktionen auf der Freilichtbühne gespielt werden.

Die Spielstätte wechselt, Vorstellungen entfallen


Das Staatstheater Augsburg, das bereits einen langfristigen Plan für die Sanierungszeit der Freilichtbühne erarbeitet hatte, plant die Musical-Inszenierung »Monty Python’s Spamalot« nun open-air auf dem Gaswerk-Areal in Augsburg-Oberhausen zu spielen. Die Vorstellungstermine werden zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt.

Die Aufführung der Oper »Turandot« entfällt bedauerlicherweise, wegen der eingeschränkten Möglichkeiten auf dem Gaswerksgelände, ersatzlos.

»Nachdem wir erst kürzlich mit Turandot so erfolgreich die Große Oper auf die Freilichtbühne zurückgebracht haben, schmerzt es besonders, nun auf die Wiederaufnahme dieser Inszenierung verzichten zu müssen«, so Staatsintendant André Bücker.

Der Vorverkaufsstart für »Monty Python’s Spamalot« auf dem Gaswerksgelände wird so schnell wie möglich bekannt gegeben und soll im März erfolgen. Sämtliche für die Freilichtbühnensaison 2026 verkauften Tickets werden vom Staatstheater storniert und automatisch rückerstattet.



Augsburgs Stadtregierung teilt uns mit: Sanierung der Freilichtbühne: Sicherheit geht vor! Spielbetrieb wird verlagert

Bauwerksuntersuchungen machen vorzeitige Sanierung erforderlich.

Leo Dietz.

Peter Rauscher.


Die Freilichtbühne am Roten Tor kann ab der Spielzeit 2026 nicht genutzt werden. Aktuelle Bauwerksuntersuchungen zeigen eine deutliche Verschlechterung des Zustands der Tribüne, sodass ein sicherer Betrieb derzeit nicht mehr gewährleistet ist. Eine Sanierung ist daher zwingend erforderlich. Für Besucherinnen und Besucher bleibt der Zugang zu den geplanten Veranstaltungen gesichert. Mit dem Gaswerk Augsburg steht ein alternativer Austragungsort zur Verfügung, an dem ein Großteil des Programms regulär stattfinden kann – teils sogar mit größerer Kapazität.

Der Sanierungsbedarf kommunaler Infrastruktur stellt viele Städte bundesweit vor große Herausforderungen. Entscheidend ist, dass die Stadtregierung sowie der zuständige Referent auf Basis der Erkenntnisse des Gutachtens ohne Zeitverzug, sachlich und verantwortungsvoll gehandelt hat.

Leo Dietz, CSU-Fraktionsvorsitzender und Peter Rauscher, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, erklären gemeinsam: „Die Untersuchungen lassen keinen Interpretationsspielraum: Wenn die Sicherheit der Besuchenden nicht mehr gewährleistet ist, muss gehandelt werden. Das ist keine politische Abwägung, sondern eine Frage der Verantwortung. Gleichzeitig ist jetzt Sachlichkeit gefragt. Eine mögliche Skandalisierung dieses Schrittes wird der Lage nicht gerecht. Hervorzuheben ist, dass frühzeitig mit den Programmverantwortlichen und dem Staatstheater Lösungen erarbeitet wurden und das kulturelle Angebot für das Publikum weiterhin zugänglich bleibt. Auf dem Gaswerk findet die Freilichtbühne eine adäquate und charmante Interimsbühne mitten im kreativen Quartier unserer Stadt und zudem direkt neben den Werkstätten des Theaters.“


OB Eva Weber will runden Tisch zur kaputten
Freilichtbühne, die sie schmerzt

Eva Weber teilt uns als Stadtoberhaupt von Augsburg mit: "Die e Entscheidung zur Schließung der Freilichtbühne ist für viele Menschen schmerzhaft, für mich auch. Aber es gibt einfach keinen Spielraum für Abwägungen, wenn die Statiker mitteilen, dass die Bühne und Tribüne nicht mehr standsicher sind.

Dann gilt die oberste Priorität Schutz von Leib und. Und gleichzeitig gilt für mich aber: Kultur muss weiterhin in unserer Stadt erlebbar sein und deswegen habe ich unseren Kulturreferenten Jürgen Enninger damit beauftragt einen runden Tisch mit allen relevanten Kulturakteurinnen und Kulturakteuren einzuberufen.

Ganz nach dem Motto: eine Stadt, viele Freilichtbühnen. Und für diesen runden Tisch habe ich drei Arbeitsaufträge.

Zum Ersten: Kultur muss weiterhin sichtbar und erlebbar sein.
Zum Zweiten: Es geht darum, dass wir neue Orte für Kultur entdecken. Dezentral in unserer Stadt.
Und zum Dritten: Die Schließung der Freilichtbühne kann auch als Chance gesehen werden, um eben Kultur an ganz neuen spannenden Orten erleben zu können und vor allem um auch neue Impulse für Augsburg zu setzen.
Wenn wir es jetzt schaffen, die Schließung der Freilichtbühne nicht als Gegeneinander sondern als Miteinander wahrzunehmen, dann kann etwas richtig, richtig Gutes für Augsburg entstehen."

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Die Kritik rollt wie eine Lawine über die Stadtregierung


V-Partei³: Das PR-Kartenhaus von Eva Weber bröckelt

Die V-Partei³ reagiert mit scharfer Kritik auf die jüngsten Entwicklungen rund um die Freilichtbühne in Augsburg. Dass Oberbürgermeisterin Eva Weber die negativen Nachrichten nicht einmal bis nach dem anstehenden Wahltermin hinausschieben konnte, sei bemerkenswert – und politisch entlarvend.

„2020 war die Stadtverwaltung offenbar noch CSU-loyaler. Damals wurde die Hiobsbotschaft über massive Kostensteigerungen beim Staatstheater im Sinne der damaligen OB-Kandidatin Eva Weber bewusst erst nach der Wahl in der Juli-Sitzung 2020 öffentlich gemacht und somit aus dem Wahlkampf herausgehalten“, erklärt Roland Wegner. „Dass dieses strategische Vorgehen diess Mal nicht mehr funktioniert hat, ist für mich ein klares Zeichen dafür, wie gering die Rückendeckung für Frau Weber inzwischen selbst innerhalb der Verwaltung sein muss.“

Offensichtlich bringe das Thema die auf positive Selbstdarstellung ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit der aktuellen Oberbürgermeisterin erheblich durcheinander. „Man sieht deutlich, wie sehr diese Realität die mit überproportionalen Steuergeldern finanzierte Wohlfühl-PR der Stadtspitze stört“, so Wegner weiter.

Humorvolles Wahlkampf-Plakat.


Das eigentliche Problem liege jedoch nicht in der politischen Symbolik, sondern in den konkreten finanziellen und kulturpolitischen Folgen für die Stadt. Augsburg steuere auf deutlich größere finanzielle Risiken zu. Weitere Kreditaufnahmen seien angesichts der aktuellen Zinslage kaum noch verantwortbar oder überhaupt tragfähig. Am Ende müssten die Bürgerinnen und Bürger für jahrelange Fehlentscheidungen und Schönfärberei die Folgen tragen.

Im Zusammenhang mit der Freilichtbühne erhebt die V-Partei³ zudem schwere Vorwürfe gegen die CSU-geführten Stadtregierungen der vergangenen 18 Jahre. Bekannte bauliche und strukturelle Probleme seien über einen langen Zeitraum ignoriert und vertagt worden, finanzielle Sanierungsmittel wurden gestrichen. „Die Freilichtbühne ist integraler Bestandteil der historischen Stadtmauer und ein identitätsstiftender Ort für viele Augsburgerinnen und Augsburger – vergleichbar mit dem Perlachturm“, betont Wegner. „Mit ihr identifizieren sich die Menschen in dieser Stadt deutlich stärker als mit dem Theatergebäude am Kennedy-Platz.“

Angesichts der dramatischen finanziellen Lage fordert die V-Partei³ eine grundlegende Neubewertung aller laufenden und geplanten Großprojekte. „Jetzt muss alles auf den Prüfstand“, so Wegner.

Die V-Partei³ fordert, noch vor der Kommunalwahl konkrete und belastbare Zahlen zur notwendigen Sanierung der Freilichtbühne vorzulegen – einschließlich einer realistischen und nachvollziehbaren Darstellung der geplanten Finanzierung. "Runde Tische abseits der Öffentlichkeit sind nur ein strategisches Ablenkungsmanöver zum Zeitgewinn, die Debatte gehört in den Stadtrat", so OB-Kandidat Wegner, der eine Sondersitzung des Stadtrates einfordert.

Die V-Partei³ erwartet einen einen transparenten Umgang mit Kostenrisiken, eine ehrliche Haushaltsdebatte und einen klaren Kurswechsel in der Augsburger Finanzpolitik – weg von Prestigeprojekten, hin zu nachhaltiger, solider und generationengerechter Verantwortung.


"Symbol für das Scheitern"

Die Opposition im Stadtrat wirft OB Eva Weber eine „Salamitaktik“ bei der Informationspolitik vor. Es sei unbegreiflich, wie die statischen Mängel erst jetzt als unaufschiebbar präsentiert werden, während das Problem seit Jahren intern bekannt war.

Die SPD-Fraktion kritisiert die mangelnde Weitsicht der Stadtregierung. Man habe sich zu sehr auf Prestigeprojekte konzentriert und dabei die Substanz der historischen Freilichtbühne verrotten lassen. Das sei ein kulturelles Armutszeugnis für Augsburg.

Vertreter von Pro Augsburg sprechen von einem „Verrat am Bürger“. Dass die Sanierung nun Millionen verschlingen wird, liege an der jahrelangen Untätigkeit der schwarz-grünen Koalition, die Warnungen von Experten schlichtweg ignoriert habe.

Die FDP Augsburg sieht im Freilichtbühnen-Aus ein Symbol für das Scheitern der städtischen Bauverwaltung unter Eva Weber. Ohne klare Prioritäten bei der Instandhaltung werde die Stadt zur Dauerbaustelle mit immer neuen Finanzlöchern.

Kritik kommt auch an der kurzfristigen Standortverlegung zum Gaswerk auf. Die Stadtregierung wird beschuldigt, keine ernsthaften innerstädtischen Alternativen geprüft zu haben, um die Gastronomie rund um das Rote Tor nicht im Stich zu lassen. 

Die politische Linke im Stadtrat fordert personelle Konsequenzen in der Bauverwaltung. Es könne nicht sein, dass die Stadtspitze bei Kostenexplosionen und Baufälligkeit immer nur auf externe Gutachter verweist, statt Verantwortung zu übernehmen. 

In politischen Kommentaren wird gemutmaßt, dass die Sperrung bewusst nach wichtigen Terminen verkündet wurde. Dieser Mangel an Transparenz beschädige das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Augsburger Stadtregierung nachhaltig.

Die Freien Wähler im Stadtrat werfen der Regierung vor, die Freilichtbühne sehenden Auges gegen die Wand gefahren zu haben. Sie kritisieren, dass trotz der bekannten Mängel kein rechtzeitiger Sanierungsplan vorgelegt wurde, was nun zu diesem kulturellen und wirtschaftlichen Totalschaden am Roten Tor führte. 

Besonderes Augenmerk liegt auf dem ehemaligen Mitglied Volker Schafitel, der als Architekt bereits frühzeitig vor den baulichen Zuständen warnte. Er bezeichnete noch als Stadtrat die Informationspolitik der Stadtspitze oft als intransparent und sah im Sanierungsstau am Roten Tor ein Paradebeispiel für das Versagen im städtischen Baumanagement. 

Einst mahnte Schafitel an, dass die Stadt ihre Prioritäten falsch setze. Während Millionen in die Sanierung des Staatstheaters flossen, wurde die Freilichtbühne als „Stiefkind“ behandelt. Er forderte bereits vor Jahren eine ehrliche Bestandsaufnahme, um die Sperrung der Tribüne zu verhindern, was jedoch ungehört blieb. 

Die Freien Wähler betonen heute, dass Schafitels fachliche Warnungen politisch weggewischt wurden. Dass nun der „Notfall“ eingetreten ist, werten sie als Bestätigung seiner damaligen Kritik an der mangelnden Bausubstanzpflege unter der Regie von Eva Weber.


Von der Freilichtbühne ins Gaswerk abgeschoben.


Unser Kommentar: Wir wundern uns, dass diese mächtige Panne mit dem Ausfall der maroden Freilichtbühne noch vor den Wahlen am 8. März bekannt gegeben wird. Ist wahrlich, zusammen mit den anderen Augsburger Katastrophen, kein gutes Zeugnis für die aktuelle Stadtregierung und ihre Oberbürgermeisterin Eva Weber sein. Das kann einige Stimmen kosten. Also, was ist der Grund der jetzigen Bekanntgabe? Manche Veranstalter und Künstler, auch Theater-Leute vermuten, dass die Stadtregierung das öde Dasein des Gaswerkgeländes mit den Veranstaltungen bereichern will, die nun von der Freilichtbühne ins Gaswerkgelände kommen sollen. Dieses Gelände wurde für viele Millionen fit gemacht für kulturelles Leben. Hat aber bisher nicht so geklappt. Tja, dieser Vermutung können wir durchaus zustimmen. 

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