Das politische Schafott in Augsburg: Die Freien Wähler zerlegen sich selbst.
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| Augsburgs Freie Wähler: Inquisitionstruppe? |
Die politische Landschaft in Augsburg erlebt derzeit ein Schauspiel, das an Bitterkeit kaum zu überbieten ist. Die Freien Wähler, die sich eigentlich als bürgerliche Alternative positionieren wollten, befinden sich im Zustand der totalen Selbstzerfleischung. Es ist ein tiefer Fall, der jegliches Augenmaß vermissen lässt.
Der juristische Paukenschlag
Der vorläufige Höhepunkt dieser internen Fehde ist die gerichtliche Klage des Stadtrats Peter Hummel. Er geht juristisch gegen das Wahlverfahren zur Aufstellung der Stadtratsliste für die kommende Kommunalwahl am 8. März 2026 vor. Dieser Schritt ist ein deutliches Zeichen für das tief sitzende Misstrauen innerhalb der Gruppierung. Hummel sieht sich offenbar gezwungen, die Rechtsstaatlichkeit der eigenen Parteiprozesse durch externe Instanzen prüfen zu lassen.
Die Diffamierung als Methode
Besonders scharf zu kritisieren ist der Tonfall innerhalb dieser Auseinandersetzung. Es ist erschreckend, mit welcher Vehemenz versucht wird, Peter Hummel systematisch zu diskreditieren. Hier wird nicht mehr über politische Inhalte gestritten. Stattdessen wird Hummel immer wieder als bösartiger Straftäter hingestellt. Diese Form der öffentlichen Brandmarkung ist ein Armutszeugnis für die politische Kultur in Augsburg.
Die verdrängte Seite des Peter Hummel
Bei all der harten Kritik und den juristischen Auseinandersetzungen wird oft vergessen, dass Peter Hummel auch ein anderes Gesicht hat. Jenseits der Schlagzeilen über Gerichtsverfahren steht ein Mann, der sich über Jahrzehnte hinweg sozial engagiert hat. Als Rettungssanitäter war und ist er direkt am Menschen tätig und übernahm Verantwortung in Notsituationen. Auch sein Wirken in der Kirche, etwa als Pfarrgemeinderat an der Basilika St. Ulrich und Afra, zeugt von einem tiefen sozialen Fundament. Ebenso unvergessen bleibt sein klarer moralischer Kompass gegenüber Extremismus. Hummel positionierte sich in der Vergangenheit deutlich gegen die rechtsextreme AfD, als er etwa Kirchenführungen für deren Vertreter verweigerte und Mahnwachen unterstützte.
Strippenzieher Marks und Mehring im Hintergrund
Dass die Stimmung derart vergiftet ist, kommt nicht von ungefähr. Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier die Image-Knechte eines Rechtsauslegers wie Hubert Aiwanger kräftig die Fäden ziehen. Gemeint sind Akteure wie Jürgen Marks und Fabian Mehring, die bei den Freien Wählern als sogenannte Erneuerer wie eine Inquisitionstruppe aktiv mitmischen. Es scheint, als solle hier mit harten Bandagen ein unliebsamer Kritiker politisch entsorgt werden, um Platz für eine Linie zu schaffen, die mehr auf billige Inszenierung mit konservativem Rechtsruck als auf ideologiefreie Augsburger Bürgernähe setzt.
Unser Kommentar:
Wer braucht schon politische Gegner, wenn er solche Parteifreunde hat. Die Freien Wähler in Augsburg wirken wie ein aufgescheuchter Haufen, der mehr Energie in die Vernichtung der eigenen Leute steckt als in die Gestaltung der Stadt. Dass ein amtierender Stadtrat seine eigene Liste verklagen muss, während die Parteispitze tatenlos zusieht oder gar aktiv befeuert, ist die Bankrotterklärung einer politischen Gemeinschaft. Augsburg hat eine bessere politische Debatte verdient als dieses unwürdige Nachtreten gegen einzelne Personen.
Rita Machner
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"Was hast du mit Peter vor?"
Der Freie Wähler-Stadtrat Peter Hummel ist ein mehrfach verurteilter Straftäter.
Seit seiner jüngsten Verurteilung vor knapp einem Jahr wegen erheblicher Steuerdelikte gilt er auch als vorbestraft.
Eine weitere Verurteilung 2021 war ebenso eindeutig: das Gericht war davon überzeugt, dass Peter Hummel Parteikollegen und Mitbewerber mithilfe zahlreicher Fake Accounts und Pseudonymen diffamierte und beleidigte.
Dies ging laut Berichten der Opfer so weit, dass deren Arbeitgeber diffamierende, anonyme Anrufe erhielten. Bis heute verkündet Peter jedoch jedem, der es nicht hören will, dass er nun endgültig Beweis hätte, wer tatsächlich hinter diesen Taten steckte.
Und da wären wir auch schon beim Thema Selbstreflexion.
Jeder andere hätte von sich aus seinen parteipolitischen Hut genommen. Nicht so Peter. Durch nichts ließ er sich davon überzeugen, dass eine erneute Stadtratskandidatur für alle schädlich sei. Auch für ihn, da die erneute Verurteilung längst medial bekannt war und die Blase jeden Tag zu platzen drohte. Nicht nur das: Peter sieht sich nach wie vor an vorderster Front, auf Platz zwei unserer Liste.
Wie gesagt: Selbstreflexion.
Als ich zur Vorsitzenden der Freien Wähler gewählt wurde, habe ich mir Gedanken über Satzungen, Wahlkampfstrategien und Budgetierung gemacht.
Und Gott, hätte ich auch heute Lust auf nur das: normalen Parteikram und vor allem Wahlkampf!
Stattdessen bin ich wieder einmal mit Peter beschäftigt.
Sehr schnell wurde nämlich eines klar: die Freien Wähler Augsburg Stadt erwarteten geschlossen von mir, das Thema Peter Hummel endgültig anzugehen. Bei jedem Treffen mit einem Mitglied war einer der ersten Sätze „Was hast Du mit Peter vor?“
Die Erwartungshaltung war klar und auch gerechtfertigt.
Leider erwies sich dieser Plan schnell als schwieriger als gedacht, da Peter noch Unterstützer in der Partei hatte. Denen hatte er praktischerweise nichts von seinen Verurteilungen erzählt oder sie wussten davon und fanden, dass „ein Straftäter auch den Querschnitt der Gesellschaft abbildet und darum in den Sadtrat gehört“. Nur soviel: wer das gesagt hat, ist nicht mehr Mitglied bei uns.
Trotzdem: Kannste Dir nicht ausdenken.
Peter Hummel ist extrem intelligent und sprachlich versiert. Das mit der Sprache kann ich aber auch und darum erkenne ich seinen Sprachduktus, wann immer mir wieder eins seiner zig Fake Accounts oder ein angebliches Jungjournalisten-Medium über den Weg laufen.
Denn: die Katze lässt das Mausen nicht. Fake Accounts und anonyme Diskreditierung, soweit mein Auge schauen konnte.
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| Im Auftrag des rechten FW-Herrschers: Hubert Aiwanger mit Imagepolierer Jürgen Marks. |
Sobald sich parteiintern etwas bewegte, landete es magisch bei der Zeitung oder im Internet. Mal in all seiner gehässigen Fratzenhaftigkeit, mal getarnt als staatstragend um Rechtsgrundsätze besorgt (siehe den heutigen Beitrag des Augsburger Equirers). Dann dafür auch latent peinlich, weil kitschig-pathetisch.
Aber immer: halbwahr. Da wurde aus dem Ausschluss aus einer WhatsApp-Gruppe gleich ein „Ausschluss bei den Freien Wählern“, was bei den willigen Lesern einen Parteiausschluss implizierte.
Da wurde aus meiner offensichtlichen Provokation Peters auf seinen neuesten anonymen Hetzartikel ( Thema „Bussi auf Kopfi“) sexuelle Belästigung, Strafanzeige inklusive.
Die wurde im Übrigen dermaßen schnell eingestellt, dass ich erst gestern durch Zufall überhaupt davon erfahren habe.
Auch hier: kannste Dir nicht ausdenken.
Das Ganze immer mit dem Ziel, mich als neues Feindbild öffentlich in Verruf zu bringen. Und das leider erfolgreich: zahlreiche Zeitungsberichte zeugen von meinem xanthippenhaften Rumwüten innerhalb der Partei, altgediente Mitglieder rauswerfend, selbstherrlicher Auftritt inklusive.
Ich sage es offen: so ein ramponierter Ruf macht etwas mit einem.
Nur, ganz so war es natürlich nicht. Ich habe mit Unterstützung der Mehrheit der Mitglieder jeden Hummel-Unterstützer hinauskomplimentiert, der in leitender Funktion war und würde es immer wieder so machen.
Diese Erneurungskur brauchte es. Ich habe meine politische Karriere für die Mitglieder klar erkennbar daran geknüpft, dass Peter Hummel keine Zukunft bei den Augsburger Freien Wählern hat.
Hätte Peter Hummel Einzug auf unsere Stadtratsliste gefunden, hätte ich meinen sofortigen Rücktritt als Vorsitzende und Stadtratskandidatin verkündet. Und diesem Schritt hätten sich zahlreiche andere angeschlossen, was ich ihnen hoch anrechne.
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| Raluca Sandner bei der Augsburger CSU. |
Als Vorsitzende dieser Partei trage ich Verantwortung für den Erfolg der Partei bei den Wahlen, aber auch für unser Außenbild und inneren Zusammenhalt. Hätte es Peter Hummel auf die Stadtratsliste geschafft, wäre ich keinem dieser Ziele gerecht geworden.
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| Raluca Sandner wechselte von der CSU zu den Freien Wählern in Augsburg und kam gleich an die Spitze. |
Und so stehe ich also wieder hier. Mal wieder mit Peter beschäftigt. Ich bin es leid, wirklich.
Vor allem aber: die ganze Sache ist mir peinlich. Die Augsburger kämpfen nach wie vor mit steigenden Wohnungspreisen und Angst vor der Zukunft und ich würde mich so gerne nur um diese Themen kümmern und den Augsburgern ein glaubwürdiges Angebot machen.
Ich schaue wirklich neidisch auf alle, die einfach nur Haustürbesuche, Reels zu Augsburger Themen und Wahlstände machen können.
Stattdessen werde ich immer wieder öffentlich in Streitereien hineingezogen. Weil Peter Parteiinterna konsequent öffentlich macht. Weil er feig ist. Weil ihm alles egal ist.
Ich komme mir trotzdem vor wie ein Ehepaar kurz vor der Scheidung, dass sich vor ihren peinlich berührten Freunden ankeift.
Augsburg: es tut mir leid. Es ist mir nicht gelungen, diese Konflikte von Dir fernzuhalten.
Das Credo „when he goes very low, you stay high und sagst öffentlich nichts“ funktioniert offensichtlich nur halbgut. Heute äußere ich mich darum zum ersten und letzten Mal öffentlich zu dem Thema und hoffe, dass dann wirklich Ruhe einkehrt.
Die Freien Wähler haben endlich Ruhe verdient. Wir sind eine tolle Partei mit einem sagenhaften Team und großem parteiinternen Zusammenhalt. Es war nie „Streit bei den Freien Wählern“. Es war immer „Streit der Mehrheit gegen Hummel und seine wenigen Unterstützer“.
Ein Gutes hatte das Ganze nämlich: durch den gemeinsamen Kampf der letzten Monate sind wir als Partei sehr eng zusammengewachsen. Danke, Peter!





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