"Augsburgs Stadtregierung behandelt ihre Bürger wie Schafe und Kühe!"


Neuer Drahtzaun am Augsburger Königsplatz.


Augsburger Bürger wie Tiere im Pferch: Drahtverhau statt Spielplatzglück.
Wer hat diese Abscheulichkeit zu verantworten?

Die aktuelle Stadtgestaltung in Augsburg nimmt bisweilen Formen an, die jeden Sinn für Ästhetik und bürgerliche Freiheit vermissen lassen. Ein besonders absurdes Beispiel ist der neue Drahtzaun, der ohne erkennbare Notwendigkeit errichtet wurde. Er wirkt wie eine Barriere gegen das eigene Volk.

Anstatt Räume der Begegnung zu schaffen, werden die Augsburger hier wie Nutzvieh über das Pflaster gelenkt. Die Absperrung erinnert in ihrer plumpen Funktionalität eher an eine Koppel für Herdentiere als an ein urbanes Zentrum einer geschichtsträchtigen Stadt. Es fehlt nur noch das Viehgatter, um die Demütigung des Fußgängers zu perfektionieren.

​Diese bauliche Fehlentscheidung ist nicht nur ein optischer Schandfleck, sondern ein Zeugnis politischer Priorisierung am Bürger vorbei. Es stellt sich die dringende Frage, warum für solche metallenen Absurditäten klaglos Geld fließen kann, während an anderen Ecken der Stadt schmerzhafte Lücken klaffen. Wer die Lebensqualität in Augsburg wirklich steigern möchte, hätte diese Mittel sinnvoller investieren müssen.

Ein prominentes Beispiel ist der Königsplatz. Dieser zentrale Knotenpunkt schreit förmlich nach einer Aufwertung für Familien. Das Geld für den Drahtzaun wäre in einem modernen, sicheren Spielplatz am Kö hervorragend angelegt gewesen. Dort könnten Kinder spielen und das Stadtbild würde durch Leben statt durch Gitter geprägt werden.

​Es ist eine vertane Chance der Stadtregierung. Während man die Menschen durch Zäune diszipliniert und in Bahnen lenkt, vernachlässigt man die Schaffung von Orten, an denen sich die nächste Generation entfalten kann. Augsburg braucht keine Einzäunungen, die an Agrarwirtschaft erinnern. Die Stadt braucht Investitionen in soziale Infrastruktur und Lebensfreude. Kein Wunder, wenn die Bürger in Augsburg sich über diesen hässlichen Drahtzaun am Königsplatz beschweren: "Augsburgs Stadtregierung behandelt ihre Bürger wie Schafe und Kühe!"

Es ist schon eine beachtliche Leistung der Stadtregierung in Augsburg. Da nehmen die Bürger das Wort Partizipation einmal wörtlich und stampfen sich am überfüllten Königsplatz einfach selbst einen Weg durch das Chaos. Man sollte meinen, die Verwaltung würde vor Freude über so viel ehrenamtliches Engagement in Tränen ausbrechen. Schließlich wird sonst bei jedem Blumenkübel betont, wie heilig die Stimme des Volkes ist. Doch weit gefehlt. Wenn der Bürger eine Aktion selbst stemmt, hört die Liebe zur Basisdemokratie bei der Stadtregierung aus CSU und Grünen, unter Leitung von OBin Eva Weber, plötzlich auf. Echte Bürgerbeteiligung funktioniert in der Theorie eben nur dann, wenn sie in einem klimatisierten Sitzungssaal stattfindet. Dort darf man dann zwischen drei Grautönen für die Bodenplatten wählen, die vorher schon von Experten festgelegt wurden.

Ein selbstgebauter Weg passt schlicht nicht in das bürokratische Raster der Stadtverwaltung. Man stelle sich die verwaltungstechnische Panik vor, wenn plötzlich funktionierende Lösungen entstehen, ohne dass vorher fünf Gutachten und drei Arbeitskreise die Sinnhaftigkeit hinterfragt haben.
Ein Spielplatz am Königsplatz wäre ein Zeichen der Wertschätzung für die Bürger gewesen. Dieser Zaun hingegen ist lediglich ein Denkmal der Einfallslosigkeit und der Fehlplanung.
Es bleibt zu hoffen, dass die Stadtregierung unter Leitung von OBin Eva Weber erkennt, dass Augsburger Bürger keine Herdentiere sind, die man mit Drahtverhauen gängeln darf. 

P.S.: Mit Verwunderung wird festgestellt, dass dieser unsinnige und unschöne Drahtzaun am Kö in Windeseile aufgebaut wurde. Komisch, manchmal ist die Stadtregierung und ihre Verwaltung blitzschnell. Wie war das mit dem Zaun bei einer Schule? Diese Schnelligkeit wünschen wir uns bei weitaus sinnvolleren Dingen auch. Und irgendwie ist trotz größter Geldnot für diesen Drahtzaun plötzlich Geld da.

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