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| Waterland: Wasser tanzt. |
Manchmal spürt man es schon beim Anziehen der Jacke: Heute wird kein gewöhnlicher Tag. Nicht laut, nicht hektisch – sondern einer, der bleibt.
Draußen liegt diese besondere Kälte in der Luft, die nach Herbst riecht, nach feuchtem Asphalt und frischer Klarheit. Meine Tochter hüpft ein wenig neben mir her, während wir Richtung Waterland gehen. Sie sagt nicht viel. Sie schaut. Und das allein verrät mir, dass sie gespannt ist.
„Mama ... glaubst du, das ist wie im Traum?“, fragt sie leise.
Ich lächle. „Vielleicht. Lass uns reinschauen.“
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| Waterland: Licht atmet. |
Der Moment, in dem alles langsamer wird
Sobald wir das Zelt betreten, wird es still in mir.
Nicht still im Sinne von leer – sondern ruhig. Weich. Fast warm.
Das Licht ist gedämpft, spiegelt sich auf Wasserflächen, die wie flüssiges Glas schimmern. Die Geräusche draußen verschwinden, als hätte jemand eine Tür zur Welt geschlossen. Meine Tochter bleibt stehen. Sie sagt nichts. Sie schaut einfach nur.
Ich kenne diesen Blick.
So schaut sie, wenn etwas sie wirklich berührt.
Wasser, Licht und dieses leise Staunen
Die Show beginnt nicht mit einem Knall. Sie beginnt mit einem Atemzug.
Wasser bewegt sich, Licht folgt ihm, Musik legt sich darüber wie eine Decke. Alles wirkt fließend, weich, beinahe lebendig.
Ich sehe, wie meine Tochter den Kopf leicht schieflegt. Ihre Augen wandern über die Bühne, bleiben hängen an einer Bewegung, an einem Lichtreflex, an einer Gestalt, die scheinbar aus dem Wasser geboren wird.
„Mama… schau mal“, flüstert sie.
Und ich schaue – und vergesse für einen Moment alles andere.
Es ist nicht laut. Nicht überfordernd. Es ist ruhig schön.
So eine Schönheit, die man nicht erklären muss.
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| Waterland: Geschichten, ohne Worte. |
Kein Tier, kein Zwang – nur Fantasie
Was mich besonders berührt: Hier gibt es keine Tiere.
Keine Dressur. Kein Zwang. Keine Unruhe hinter den Kulissen.
Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – ist alles voller Leben.
Die Bewegungen wirken frei, spielerisch, leicht. Wasser tanzt. Licht atmet. Körper erzählen Geschichten, ohne Worte zu brauchen.
Ich merke, wie ich entspanne. Wie meine Schultern sinken.
Wie schön es ist, etwas genießen zu können, ohne innerlich abzuwägen, ohne schlechtes Gefühl.
Meine Tochter beugt sich zu mir: „Mama, das ist schön, weil niemand Angst haben muss.“
Ich schlucke kurz. Kinder sehen oft so klar.
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| Waterland: Alles glitzert. |
Ein Raum für Staunen – für jedes Alter
Ich sehe mich um. Erwachsene mit weichen Blicken. Kinder, die den Atem anhalten. Niemand schaut aufs Handy. Niemand scheint woanders sein zu wollen. Es ist einer dieser seltenen Momente, in denen alles passt: Die Musik, das Licht, die Stille dazwischen.
Manchmal schießen Wasserfontänen in die Höhe, manchmal glitzert alles nur ganz sanft. Meine Tochter sitzt aufrecht, die Hände im Schoß, als würde sie etwas Kostbares bewahren wollen.
„Das ist wie eine Geschichte ohne Worte“, flüstert sie.
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| Waterland: Nicht nur eine Show. |
Nachklang
Als wir später wieder draußen stehen, fühlt sich die Welt ein kleines bisschen anders an. Ruhiger. Weiter. Meine Tochter läuft dicht neben mir, hält meine Hand ein bisschen länger als sonst.
„Mama ... können wir sowas öfter machen?“
Ich nicke. Weil ich weiß, was sie meint.
Nicht nur eine Show. Sondern dieses Gefühl: gemeinsam staunen, ohne Eile, ohne Lärm. Einfach da sein.
Warum Waterland bleibt
Waterland ist kein Ort, den man einfach besucht.
Es ist ein Erlebnis, das nachhallt.
Für Kinder, weil sie staunen dürfen.
Für Erwachsene, weil sie wieder lernen, wie sich Staunen anfühlt.
Und für alle, weil hier niemand leiden muss, damit andere sich unterhalten fühlen.
Es ist leise Magie.
Und manchmal ist genau das das Größte.
WATERLAND
Augsburg
Gögginger Festplatz
20.12.25 bis 6.1.26
Mehr Information zu Waterland in Augsburg, die Termine und Tickets sind hier zu finden.





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