Das Festival „Reggae in Wulf“ bringt jedes Jahr ein kleines Stück Karibik in die Region. Getragen von Idealismus, Ehrenamt und einer Gemeinschaft, die längst weit über die Ortsgrenzen hinausreicht. Doch genau dieses Festival steht nun vor einer ungewissen Zukunft.
„Das Reggae in Wulf startet 2026 mit neuer Besetzung und braucht Eure Unterstützung!“ Mit diesen alarmierenden Worten beginnt eine aktuelle Mitteilung des Vereins Wulf United. Sie macht deutlich, was viele lange nicht wahrhaben wollten: Das beliebte Festival ist in Gefahr. Zwar soll es am 31. Juli und 1. August 2026 noch einmal stattfinden, doch ob und wie es danach weitergehen kann, ist offen.
Seit über 20 Jahren ist das Reggae in Wulf ein fester Bestandteil des regionalen Kultursommers. Was einst zur Unterstützung der Fußballabteilung des SV Wulfertshausen ins Leben gerufen wurde, hat sich von bescheidenen Anfängen zu einer Großveranstaltung entwickelt. Rund 250 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer stemmen das Festival jedes Jahr. Besucherinnen und Besucher kommen nicht nur aus Friedberg und dem Umland, sondern reisen aus ganz Deutschland an. Tausende strömen am ersten Sommerferienwochenende auf das Gelände, das Festival ist meist ausverkauft. Warum also gerät ein solch erfolgreiches Format ins Wanken?
Die Antwort liegt in den stark gestiegenen Kosten. Hohe Künstlergagen, teurere Infrastruktur, Sicherheitsauflagen und allgemein explodierende Preise setzen dem rein ehrenamtlich organisierten Projekt zunehmend zu. „In den letzten Jahren ist es immer schwieriger geworden, dieses Festival ohne kommerziellen Anspruch durchzuführen“, erklären die Verantwortlichen. Auch über soziale Medien machen sie auf die prekäre Lage aufmerksam und bitten um Unterstützung aus der Community.
Karla Kolumna
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