Immobilien-Maklerin Wagner: "Familien sehen sich mit Problemen konfrontiert"

Interview mit Angela Wagner über den Immobilienmarkt in Augsburg und kreative Ideen

Immobilien, ob zur geschäftlichen oder privaten Nutzung, ob zu kaufen oder mieten, ist in Augsburg mitunter schwierig. Wir haben darüber mit Dipl. Kauffrau Angela Wagner gesprochen, die in ihrem Büro auch KünstlerInnen immer wieder eine Plattform bietet. Zurzeit stellt Horst Gatscher „Traumzeit“ aus.


Frage: Frau Wagner, Sie haben seit 2018 ein Büro für Immobilien in der Frauentorstraße 51. Wie erleben Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Preisniveau von Immobilien in Augsburg?  


Angela Wagner: Die Immobilienpreise sind seitdem weiter gestiegen, bei Neubauwohnungen stärker als angenommen, auf rund 5.500 Euro bzw. objektabhängig auf über 6.000 Euro pro qm. Die Corona-Krise hat dabei bisher keine großen Auswirkungen, eventuell eine geringfügige Seitwärtsentwicklung, aber noch sind keine Anzeichen sinkender Preise zu erkennen. Das gilt bei Bestands- ebenso wie bei Mietwohnungen. Moderate Preissteigerungen zum Beispiel nur noch weniger als ein Drittel der Mietwohnungen sind für circa 10 Euro pro Quadratmeter zu bekommen. Bei Neubauwohnungen werden entsprechend der Kaufpreise höhere qm-Mietpreise durch die Eigentümer aufgerufen. Speziell Familien sehen sich mit Problemen konfrontiert: ein EFH mit adäquater Wohnfläche  oder eine Mietwohnung mit einem gutem Preis-/Leistungsverhältnis zu finden, ist nicht einfach – speziell, da immer noch gilt, dass maximal ein Drittel des Nettoeinkommens pro Monat für die Wohnung bzw. Miete ausgegeben werden sollte. 


Frage: Und wie wirkt sich das auf die Nachfrage von Immobilienobjekten aus?


Angela Wagner: Kurzarbeit, Angst vor dem Arbeitsplatzverlust, generelle Verunsicherung. Aktuell lässt die wirtschaftliche Lage Kauf- und Mietinteressenten zögern, was zwangsläufig zu weniger Interessenten, jedoch nicht zu geringeren Preisen führt. 


Frage: Sie bieten „individuelle Wohn- und Gewerbeimmobilien“ an – was verstehen Sie darunter und wo liegt Ihr Schwerpunkt?


Angela Wagner: Generell gilt: es gibt keine Immobilie, die nicht vermarktet werden kann. Es muss nur ein Kauf- oder Mietinteressent kommen. Speziell bei Gewerbeobjekten muss das geplante Nutzungskonzept umsetzbar sein. Die Suche danach kann dauern, weshalb manche Immobilie längere Zeit angeboten wird. Je individueller das Gewerbeobjekt, desto interessanter die Mietinteressenten und deren Geschäftsideen. Hier unterstütze ich gerne über die Vermittlung hinaus mit einem Kommunikationskonzept und kreativen Vermarktungsansätzen. Ich habe die Idee der Selbständigkeit mit viel Erfahrung in Immobilien, Showrooms, temporären Bauten und Messeständen 2018 in die Tat umgesetzt und mein Angebot mit Art-Consulting erweitert.  Es liegt mir besonders am Herzen, meinen Kunden einen passenden Vorschlag hinsichtlich besserer Lebensqualität und in der Erleichterung des Alltags zu erstellen. 



Frage: Was bedeutet „Art-Consulting“ in Bezug auf Laden- und Büroflächen? 


Angela Wagner: Dank der Kunst ergeben sich neue Blickwinkel für Immobilien und in Geschäfts- und Lebenswelten. Kunst nicht nur ein Lifestyle-Tool, sondern ein Statussymbol und mitunter sogar eine Geldanlage. Betritt man eine Immobilie, prägen Bilder an der Wand mit den ersten Eindruck. Sowohl für Kunden wie für Mitarbeiter kann Kunst identitätsstiftend und produktivitätsfördernd sein. Denn: Bilder können Räume zu Erlebnissen machen. 

Kunst erzählt auch etwas über die jeweilige Persönlichkeit, definiert das Image eines Unternehmens, einer Kanzlei, Praxis oder von Wohnräumen. 

Im Rahmen meiner Beratungsleistung arbeite ich mit Künstlern vor Ort, die auch überregional bekannt sind, für ein mögliches Kunstkonzept zusammen. Mein Wunsch ist es, zum Beispiel die Positionierung eines Hotels mit visuellen Botschaften zu unterstützen.


Frage: Wozu raten Sie? Immobilieneigennutzung, Immobilien als Kapitalanlage oder alternative Geldanlagen? 


Angela Wagner: Eigennutzer agieren generell etwas vorsichtiger, Kapitalanleger verhalten sich renditeorientiert, kaufen zur Vermietung und ziehen daher meist eine Anlage in „Steine und Erden“ vor. Invest in ein Immobilienobjekt, in das Käufer im Alter z.B. in eine kleinere, barrierefreie Wohnung oder in eine Wohnanlage mit Serviceleistungen einziehen können –  oder Invest in eine Wohnung, ein Haus in guter Lage. Hier beraten wir gerne und helfen bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie, darüber hinaus bei der Umzugsplanung sowie organisatorischen Vorbereitungen wie Behördengänge, Organisation von Dienstleistungen und ähnliche Angelegenheiten.


Unser Interview führte Sybille Schiller


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