Augusta Vindelicum lebt: Eine triumphale Latein-Stadtführung mit Maximilian Schön!

Am Brunnen des römischen Kaisers Augustus startet Maximilian Schön in Augsburg
seine besondere Stadtführung.


Die Teilnahme an der Lateinischen Stadtführung mit dem Latein-Kenner Maximilian Schön war eine brillante und unerwartet lebendige Erfahrung. Ich war erfreut, dass ich nach über 40 Jahren Latein-Leistungskurs noch so viel verstehen konnte – ein echtes Gaudeamus igitur (Freuen wir uns also)!

Maximilian Schön war dabei in jeder Hinsicht herausragend: aufmerksam, kompetent und vor allem humorvoll. Die Führung war bewusst in einfachem Latein gehalten, langsam und deutlich gesprochen, und bot zur Verständnissicherung gute Hinweise auf Deutsch, wo notwendig. Dass sich 15 Teilnehmer zusammenfanden, zeugt von seinem Talent, die lingua Latina so inspirierend zu beleben.

Aqua et Muri: Das Römische und die Renaissance

Lateinische Inschrift über dem Portal des Augsburger Rathauses.

Der kleine Rundgang war ein Meisterwerk der Verknüpfung von Alt und Neu. Der Augustusbrunnen und die Flumina: Die Führung begann am Augustusbrunnen, wo wir die vier Flussgötter kennenlernten, die die wichtigsten Flüsse Augsburgs und der Region symbolisieren, darunter die Licca (Lech) und die Vindele (Wertach). Die ikonische Geste des Kaisers Augustus selbst zeigt dabei nach Süden (in meridiem), symbolisch gen Rom: Imperator  Augustus  in  meridiem  monstrat.

Maximilian Schön erklärt die Kette am Augsburger Rathaus.

Römisches Fundament

Augsburg, das einstige Augusta Vindelicum, war Hauptstadt der Provinz Raetia. Gegründet als Militärlager 15. v. Chr. Dann eine römische Siedlung im Gebiet der Vindeliker, ein Stamm der Kelten. Dieses Erbe ist im Pinienzapfen (Zirbelnuss), dem Stadt- und FCA-Wappen, einem antiken Symbol römischer Ewigkeit, verankert.

Von Elias Holl bis Brecht

Die lebendig gestaltete Führung führte uns von den Prachtbrunnen durch die Altstadt-Geschichte: Im Vorraum des Rathauses standen wir am Modell für blinde Menschen und erfuhren mit dem Finger die Stadt, eine großartige, inklusive Art, die historische Struktur zu begreifen.

Architektonische Schätze: Wir sahen das Rathaus und den Perlachturm der Baumeister Elias Holl und dessen Vater Johannes Holl, die Ketten am Rathaus, den Merkurbrunnen und den Georgsbrunnen am Endpunkt.

Maximilian Schön am Georgsbrunnen beim Kulturhaus Kresslesmühle, vor der Stadtmetzg.


Altstadt-Atmosphäre

Wir blickten vom Elias-Holl-Platz aus auf den ältesten Zwiebelturm Bayerns beim Kloster Maria Stern, besichtigten dann die Barfüßerkirche und erkundeten die historischen Handwerksstätten wie die Stadtmetzg, früher das Zentrum der Metzger in Augsburg, und das heutige Kulturhaus Kresslesmühle, einst eine Mühle für Getreide am Lechkanal.

Moderne Kultur

Wir kamen am hochrangigen Künstler-Restaurant Die Ecke vorbei, wobei ein Verweis auf den Augsburger Theatermacher und Lyriker Bertolt Brecht ebenfalls Platz fand. Brecht schrieb einiges über die Römer. Auch das unvollendete Romanwerk "Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar." 

Maximilian Schön mit Gästen seiner Führung vor dem Augsburger Stadtmodell.

Decke in der Barfüßer-Kirche mit Kreuzrippen.

Maximilian Schön mit Gästen seiner Stadtführung vor dem Augsburger Merkurbrunnen.

Beweis

Die Führung mit Maximilian Schön durch Augsburg war ein lebendiger Beweis dafür, dass Latein non mortua sed viva (nicht tot, sondern lebendig) ist, und selbst die Fußball-Bundesliga (pediludium) ihren lateinischen Platz findet. 

Ein Gratias tibi ago (Ich danke dir) an Maximilian Schön für dieses kulturelle Erlebnis!


Bericht und Fotos: Lina Mann

Mehr Information zur Lateinführung durch Augsburg mit Maximilian Schön ist hier.


Film zur Latein-Führung von Maximilian Schön

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