40 Jahre Lichtblicke Augsburg: Große Hilfe für krebskranke Kinder mit Hochleistungsmedizin im kindgerechten, heimischen Umfeld!

Ein Schock, der das Leben zerbricht: Krebs bei Kindern!
40 Jahre Hilfe für krebskranke Kinder und ihre Eltern durch Lichtblicke Augsburg!

Gerd Koller vor dem Mildred-Scheel-Haus: "Alle Kinder sind unsere Kinder!"

"Unerschütterliches Licht am schwäbischen Himmel"

"Eine Krebsdiagnose bei ihrem Kind stellt das Leben von Familien von einem Moment auf den anderen auf den Kopf, lässt sie betäubt und ohnmächtig zurück", lesen wir in der 40-Jahre-Lichtblicke-Jubiläumszeitschrift. "Warum ausgerechnet unser Kind? Diese Frage stellen sich Eltern immer wieder. Eine Antwort. darauf suchen Sie oftmals vergebens, den schweren Weg durch die Krankheit kann den betroffenen Familien niemand nehmen.

Doch es gibt etwas, dass jeder einzelne von uns tun kann: sie in einer solchen Ausnahmesituation nicht alleine lassen. Das macht die Elterninitiative krebskranke Kinder Lichtblicke Augsburg .V.  Nicht aufzufangen, ohne Herz geht gar nichts, so. Gerd Koller. Ob Mensch an ihrem schweren Schicksal, zerbrechen oder gestärkt daraus hervorgehen, hängt nicht zuletzt von einem stabilen Umfeld ab, dass sie emotional und bei Bedarf finanziell auffängt. Dieser Leitgedanke ist seit 1985 unser Antrieb als Betroffene Eltern und Mitarbeitende der Augsburger kinderkrieg die Eltern Initiative gründeten.

Wir haben am eigenen Leib erleben, dürfen wie jede Freundschaft und uns als Gemeinschaft und Gesellschaft zusammengeschweißt hat und es jeden Tag wieder tut. Genauso stolz sind wir auch die vielen kreativen Spenderinnen spendet, die anlässlich ihrer geburtstags- oder firmenfeiern uns denken oder ganze Aktionen zu unseren Gunsten auf die Beine stellen.

Der bayerische Digitalminister Fabian Mehring, der mit Frau und Tochter in Meitingen bei Augsburg lebt, schreibt in der 40-Jahre-Lichtblicke-Jubiläumszeitung: "Dieser Verein lehrt uns alle, was es heißt ein Herz zu haben und Menschen seelisch aufzufangen. Weil es für die Eltern bis dato noch keine Übernachtungsmöglichkeit für betreute Eltern. Die Betreuung von Eltern und ihren krebskranken Kindern durch Lichtblicke eV. Ist wie ein unerschütterliches Licht am schwäbischen Himmel und ein wohltuendes Lächeln in unserer Heimat."

Die Oberbürgermeisterin von Augsburg, Eva Weber, verkündet dankbar in der 
40-Jahre-Lichtblicke-Jubiläumszeitung: "Das ist ein außergewöhnliches Jubiläum, das von tiefem Mitgefühl, Tatkraft und einem unermüdlichen Einsatz für Menschlichkeit zeugt. Als Oberbürgermeisterin der Stadt Augsburg bin ich sehr dankbar, dass wir einen solchen Verein in unserer Stadt wissen. Er zeigt, wie viel wir gemeinsam erreichen können für unsere Kinder für unsere Stadt und für ein Leben, das trotz schwerer Krankheit voller Zuversicht sein darf."


LICHTBLICKE Augsburg e.V., die Hoffnung in der Dunkelheit,
in eigenen Worten:


Jedes Jahr trifft es fast 2000 Kinder und Jugendliche in Deutschland: die Diagnose Krebs oder Leukämie. Allein im Schwäbischen Kinderkrebszentrum in Augsburg kämpfen jährlich 50 bis 65 junge Patienten. Diese Nachricht ist ein Schlag ins Herz jeder Familie – Kindertumore gehören noch immer zu den häufigsten Todesursachen.

Zwar hat die Medizin gigantische Fortschritte gemacht: Statt weniger als 10 % Überlebenschance früher sind heute bis zu 95 % realistisch. Doch der Kampf zerreißt das Leben der Familie. Plötzlich herrscht Isolation, oft verstärkt durch weite Wege zur Klinik, und existenzielle Geldsorgen kommen hinzu.

Genau hier setzt die Elterninitiative krebskranker Kinder Augsburg – LICHTBLICKE e.V. an. Wir sorgen dafür, dass Hochleistungsmedizin in einem kindgerechten, heimischen Umfeld stattfindet.

Was wir tun, um Zukunft zu schenken:

  • Maximale Versorgung: Wir wollen krebskranken Kindern die Diagnose ZUKUNFT stellen. Wir schaffen eine heimische Atmosphäre in der Klinik.

  • Gemeinschaft und Kraft: Wir bieten Kontakte, Gespräche und Information von Betroffenen für Betroffene.

  • Familien-Anker: Das Mildred-Scheel-Haus – finanziert durch Ihre Spenden – hält die Familie zusammen und ermöglicht ein Stück normales Leben inmitten der Therapie.

  • Schnelle Hilfe und Forschung: Wir bieten unbürokratische Soforthilfe bei finanzieller Not und unterstützen die Krebsforschung sowie das Schwäbische Kinderkrebszentrum direkt, auch durch die Finanzierung von dringend benötigtem Fachpersonal (z.B. Neuropsychologen, Erzieher).

Lichtblicke Augsburg lässt diese Familien nicht allein auf ihrem schwierigen, aber hoffnungsvollen Weg.

Aufruf von Lichtblicke Augsburg


Die Künstlerin Fidela Garcia de la Russa mit den Bildern fürs die Zeitschrift 40 Jahre Lichtblicke Augsburg.

Helfen Sie uns, Familien zu retten!

Die größte Stärke im Kampf gegen Krebs ist die Gemeinschaft. LICHTBLICKE e.V. finanziert sich ausschließlich durch Spenden und Zuschüsse. Ohne Ihre Hilfe können wir das Mildred-Scheel-Haus nicht betreiben und wichtiges Personal in der onkologischen Station (Neuropsychologen, Sozialpädagogen) nicht finanzieren.

Ihre Spende ist mehr als Geld – sie ist ein Stück Hoffnung, ein Stück Heimat und die Chance auf ein Morgen!

  • Mit 50 € ermöglichen Sie einem Elternteil eine Übernachtung im Mildred-Scheel-Haus, nah beim kranken Kind.

  • Mit 100 € unterstützen Sie eine Therapiestunde bei unserem Neuropsychologen, um das Trauma der Krankheit zu verarbeiten.

Bitte schenken Sie diesen Familien Lichtblicke in ihrer dunkelsten Zeit.

Spendenkontos: 

Stadtsparkasse Augsburg
IBAN DE20 7205 0000 0000 0373 66
BIC AUGSDE77XXX

VR-Bank Handels- und Gewerbebank eG
IBAN DE29 7206 2152 0008 8009 95
BIC GENODEF1MTG

VR Bank Augsburg-Ostallgäu eG
IBAN DE89 7209 0000 0005 5593 83
BIC GENODEF1AUB

Jeder Beitrag zählt und gibt einem Kind die Chance auf eine Zukunft.

- - -

Spitzenmedizin mit Herz
Mit Prof. Dr. Dr. Michael Frühwald spricht Iris Steiner

(Quelle: Lichtblicke-Magazin 2025)
Prof. Dr. Dr. Frühwald: "Ich hatte innerhalb weniger Wochen nach meinem Arbeitsantritt hier in Augsburg bereits die ersten Kontakte zur Elterninitiative."
(Foto: Werbefotografie Weiss)



Bereits seit 2010 ist Prof. Dr. Dr. Michael Frühwald Direktor und Chefarzt der damals ersten Klink für Kinder- und Jugendmedizin am Augsburger Klinikum. Als Spezialist für Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen war er maßgeblich am Aufbau des „Schwäbischen Kinderkrebszentrums“ und der Entwicklung eines Forschungskonzeptes für die Errichtung einer Universitätsmedizin in Augsburg beteiligt. Als breit vernetzter internationaler Experte ist Frühwald nicht nur erfahrener Kinderonkologe, sondern auch ein exzellenter Wissenschaftler, der die zukünftige Forschung und Lehre in Augsburg entscheidend mitgestaltet. Auch die Elterninitiative krebskranker Kinder ist dankbar, in vertrauensvollem Austausch Teil dieser Visionen zu sein. Wir bedanken uns sehr für die Zusammenarbeit und freuen uns auf weitere erfolgreiche, gemeinsame Jahre.


Steiner: Warum ist es so besonders, das Schwäbische Kinderkrebszentrum hier an der Uniklinik Augsburg zu haben? Was unterscheidet dieses Zentrum von der „normalen“ Kinderonkologie einer Uniklinik?

Frühwald: Unsere Kinderonkologie ist eine komplett eigenständige eigene Einheit. Das macht sich schon dadurch bemerkbar, dass es ein seperates Gebäude ist - und dass wir hier ein angegliedertes Kinderkrebsforschungszentrum haben. Und wir haben u.a. SIE – einen großzügigen Verein wie die Elterninitiative, mit der wir in dauerhaftem überaus wohlwollendem Austausch stehen.

Steiner: Was können Unterstützer wie wir tun, was der Krankenhausträger nicht tut? Wo können wir Ihnen helfen?

Frühwald: Das ist eine hervorragende Frage. Es gab vor ungefähr zehn Jahren eine große Umfrage, welche eigentlich notwendigen Unterstützungsmaßnahmen über private Spenden und Unterstützungsangebote finanziert werden. Und dabei kam heraus, dass es da ein riesiges, wichtiges Thema gibt: Die psychosoziale Unterstützung der Familien erkrankter Kindern. Man kann sagen, dass alles, was auf die normale medizinische Behandlung „oben drauf“ kommt, nur durch Unterstützervereine möglich gemacht wird. Ohne sie wäre unsere Station sehr arm und sehr trostlos. Wenn Sie dagegen jetzt zu uns kommen, haben Sie in manchen Bereichen den Eindruck, als ob man zu Hause oder in einer schönen Jugendeinrichtung ist, wo es einen Platz gibt zum Spielen, um Sport zu machen, wo es Mitarbeitende des psychosozialen Dienstes gibt, die sich mit den Jugendlichen zurückziehen können, wo Eltern miteinander Kaffee trinken können, wo es eine Terrasse gibt, auf der die Eltern abends zusammensitzen, tief durchatmen oder auch mal miteinander heulen können. Das ist manchmal notwendig, weil alle eine sehr harte Zeit durchmachen.

Steiner: Wie viele kleine Patientinnen und Patienten kann man am Schwäbischen Kinderkrebszentrum eigentlich gleichzeitig behandeln?

Frühwald: Wir haben 22 stationäre Plätze, eine große Tagesklinik, in der wir zusätzlich sechs Kinder und Jugendliche täglich sehen können und ein großes Ambulanzzentrum. Vor allem im letzten Jahr sind wir damit zu einer der größten kinderonkologischen Einheit in Deutschland aufgestiegen. Und das, obwohl es das „Schwäbische Kinderkrebszentrum“ erst seit den 1980er Jahren gibt – auf der Basis der Kinderklinik, die 1967 eröffnet wurde. In der jetzigen Form gibt es uns eigentlich erst seit 2014, als die neue Kinderklinik gebaut wurde, das „Schwäbische Kinderkrebszentrum“ eine eigene Struktur bekommen hat und das Kinderkrebsforschungszentrum dazu kam.

Steiner: Das „Schwäbische Kinderkrebszentrum“ ist also eine eigene Einheit der medizinischen, psychologischen und sonstigen Betreuung von Familien mit ihren Kindern? Und das im Unterschied zur Erwachsenen-Therapie?

Frühwald: Das kann man so sagen, auf jeden Fall. Ein Kind braucht seine Familie, es hat ganz andere Bedürfnisse als ein erwachsener, einwilligungsfähiger Patient, der selbst entscheiden kann, welche Behandlung er möchte und welche nicht. Auch die psychologische Betreuung sieht ganz anders aus – wenn das Kind etwa einen Vater hat, der seinen Job verliert, weil er mit dem Kind in der Klinik ist oder eine Mutter, die auch noch Geschwisterkinder betreuen muss. Da entstehen Notfallsituationen, wo wir mit dem entsprechenden Team signifikant helfen können: Jemand kommt nach Hause, medizinische Betreuung durch Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte kann vor Ort geschehen. Dann gibt es noch unser psychosoziales Team bestehend aus Psychologinnen, Sozialarbeiterinnen, Spiel- und Musiktherapeutinnen und - therapeuten. Und wir können auch sozialrechtliche Beratung anbieten – und zum Beispiel mit dem Arbeitgeber des von Kündigung bedrohten Vaters reden. Oder Mitarbeitende aus der Psychologie und Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in die Schule der Geschwisterkinder schicken, die das Umfeld über die schwierige Situation der betroffenen Familie geschult unterrichten.

Steiner: Wie ist die Prognose für onkologische Neuerkrankungen bei Kindern heute? Was hat sich in der Behandlung getan?

Frühwald: Vieles. Wir haben viele Patientinnen, die heute nicht mehr an der Erkrankung versterben, weil es u.a. neue, stabilisierende Medikamente gibt. Dazu gibt es heute sogenannte zelluläre Immuntherapien, die das Immunsystem befähigen, sich gegen den Krebs zu wehren. Es gibt Antikörpertherapien und moderne Strahlentherapie-Techniken, die weniger Nebenwirkungen haben.

Steiner: Wie lange arbeiten Sie schon mit der Elterninitiative krebskranker Kinder zusammen?

Frühwald: Ich durfte bereits als leitender Oberarzt in Münster erfahren wie wichtig lokale Elternvereine sind. Deswegen habe ich mich schon bevor ich nach Augsburg kam, informiert, was es da für ein Umfeld gibt und war sehr glücklich, als damals meine Oberärztin auf der Kinderonkologischen Station mich in diese Kreise eingeführt hat. Ich hatte innerhalb weniger Wochen nach meinem Arbeitsantritt hier in Augsburg am 1. Juni 2010 bereits die ersten Kontakte zur Elterninitiative.

Steiner: Welche Bedeutung hat die Arbeit der EKK jetzt für ihre Arbeit im Speziellen?

Frühwald: Da gibt es viele Ansatzpunkte. Ein Wichtiger, den ich vorab betonen möchte, ist die unkomplizierte Zusammenarbeit. In der Regel genügt in einer Notlagensituation eine kurze Kontaktaufnahme, eine E Mail oder ein Anruf beim Geschäftsführer Herrn Kleist oder direkt bei Herrn Koller, damit man sich unmittelbar mit diesem Problem beschäftigt. Das ist eine Qualität, die es nicht überall gibt. Das andere, was uns unmittelbar wirklich hilft, ist die direkte Unterstützung der Familien. Wenn zu Hause ein Kind Krebs hat und man muss ein Wohnzimmer renovieren oder ein Schlafzimmer umbauen, damit dort die hygienischen Umstände passen, dann gibt es unmittelbare Hilfe, die unschätzbar ist. Und dann finanziert in unserem Fall die Elterninitiative auch einige Mitarbeiter des psychosozialen Teams: Die Spieltherapeutin, Teile der Psychologenstellen und der Klinik-Clowns.

Steiner: Wäre nicht die psychologische Betreuung eine medizinische Maßnahme, die man auch dem Träger zumuten könnte? Mittlerweile ist ja bekannt, dass psychische Gesundheit nicht unerheblich zur Genesung beiträgt, gerade bei Kindern. Was meinen Sie dazu?

Frühwald: Das ist richtig und selbstverständlich gibt es dazu kontinuierlich Gespräche mit den Kostenträgern. Wir betonen, dass z.B. die Elterninitiative seit Jahren Stellen für Psychologie bezahlt, die eigentlich Trägeraufgabe wäre. Wir betonen ununterbrochen, dass Kindermedizin sich von der Erwachsenenmedizin entscheidend unterscheidet und einen höheren Investitionsbedarf hat. Leider ist dafür in unserem Gesundheitssystem zu wenig Geld, das muss man offen und ehrlich sagen. Es gibt auch einen sogenannten GBA-Beschluss zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Krebs generell. (GBA: ein beratendes Gremium für die Regierung, das Kriterien festlegt). Da steht ganz klar drin, dass wir nur dann abrechnen dürfen, wenn bestimmte Qualitätsmerkmale vorgehalten werden. Dazu gehört die psychosoziale Versorgung der Kinder und Jugendlichen. Und genau hier ist das Problem einer Diskrepanz zwischen realen Kosten und theoretischer Finanzierung.

Steiner: Wie lautet denn die Antwort, wenn Sie auf solche Missstände hinweisen?

Frühwald: Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal ist es so, dass es eine große Akzeptanz für unsere Sichtweise gibt. Aber leider werden medizinische Leistungen im Krankenhaus insgesamt zu gering vergütet. Wir haben ein insgesamt defizitäres und mittlerweile leider auch ein merkantiles System. Gerade die sogenannte „sprechende Medizin“ – wie Psychologie und Kinder- und Jugendmedizin - ist fast schmerzhaft unterfinanziert. Man vergisst dabei komplett, dass ja auch jedes Mal das „System Familie“ erkrankt, nicht nur das einzelne Kind!

Steiner: Welche Beispiele, welche gemeinsame Projekte mit der Elternitiative fallen Ihnen spontan ein?

Frühwald: Da gibt es eine ganze Reihe von Projekten, unser „Marktplatz“ auf der Station etwa - übrigens etwas, das nur wenige Stationen in Deutschland haben. Es ist ein Begegnungsraum für Familien, ein Raum für Therapien und für Schule. Da sehe ich oft Lehrer mit den Kindern sitzen und Unterricht abhalten. Ich sehe aber auch die Sporttherapeutin, wie sie mit dem Jungen, der unbedingt mal raus möchten, Fußball spielt, wo sie Geschicklichkeitsspiele macht mit dem Mädchen, das gerade gegen eine Hirntumorerkrankung kämpft. Und dann gibt es noch ganz konkrete Dinge wie Unterstützung bei medizinischen Bedarf. Wir werden von der EKK sehr unterstützt, wenn wir sagen und begründen, dass wir dringend ein bestimmtes Gerät brauchen, das jetzt gerade im Investitionsbudget des Hauses nicht drin ist. 
Was auch bereits die Brücke zur Forschung bildet: Wir haben den Auftrag, das Leben der Kinder und Jugendlichen besser zu machen, nicht nur indem wir die medizinische Versorgung so gut wie möglich gestalten, sondern auch, indem wir neue Erkenntnisse gewinnen, um die Erkrankungen so gut wie möglich zu verstehen. Wenn wir neue Ansatzpunkte finden, können wir eine Krebserkrankung wieder ein Stück besser attackieren.

Steiner: Wir haben im Verein auch einige Eltern ehemaliger krebserkrankter Kinder. Gibt es eine besondere Verbindung zu Ihnen oder ist eine besondere Art von Kommunikation möglich, wenn man mit solchen Betroffenen sprechen kann?

Frühwald: Es ist sehr wichtig, dass sich Menschen engagieren, die das durchlebt haben. Die wissen, wie es ist, Angst um das Leben des Kindes zu haben, wie es ist, Angst vor der Zukunft zu haben und was den Kindern auf Station Mut machen kann. Die Beteiligung der Eltern ist ja nicht nur in den Elternvereinen mittlerweile fest etabliert, sondern auch wir in der Klinik integrieren Eltern und überlebende Patientinnen und Patienten in die Forschung. Es gibt in unserem „Bayerischen Zentrum für Krebsforschung“ und im „Kinderonkologischen Netzwerk Bayern“ Vertreter aus Elternvereinen und Überlebende, die uns korrigieren, wenn wir uns um die „falschen“ Sachen kümmern. Was einem Forscher wichtig ist, muss nicht unbedingt die höchste Bedeutung für Familien und Überlebenden haben. Dieser Spiegel, den man uns hier vorhält, ist unheimlich wichtig.

Steiner: Vereine wie der unsere organisieren in regelmäßigen Abständen öffentliche Stammzellenspenden Aktionen. Etwas, das nicht so einfach zu erklären ist, wie etwa eine Blutspende. Können Sie helfen?

Frühwald: Die sogenannte „zelluläre Immuntherapie“ besteht darin, dass man von einem Fremdspender Blutstammzellen entnimmt und diese beispielsweise nach einer hochdosierten Chemotherapie dem Patienten injiziert. Diese Blutstammzellen - das fremde Knochenmark, das fremde Immunsystem – verleiht der Therapie eine zusätzliche Qualität. Wir müssen ja zunächst dem Körper leider Gifte verabreichen, um das weitere Schnellteilen der Krebszellen zu verhindern. Im Gegenzu braucht man – einfach formuliert - „Unterstützung“: Ein Immunsystem, das immer dann, wenn wieder eine böse Zelle entsteht, dabei hilft, diese wegzuschaffen. Das kann nur fremdes Knochenmark tun und deshalb ist die Blutstammzellenzelle so wichtig. Übrigens kann jeder gesunde Mensch bis etwa Mitte 50 Stammzellen spenden.

Steiner: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Zusammenarbeit mit der Elterninitiative, welche Schwerpunkte sehen Sie für die nächsten Jahre in der gemeinsamen Arbeit?

Frühwald: Zuerst bin ich einfach extrem glücklich, wie gut die Zusammenarbeit gelingt – eine komplett reibungsfreie, sehr angenehme, freundliche, wertschätzende und zum Teil auch korrigierende Zusammenarbeit. Manchmal wendet man sich einfach in seiner Not an die Elterninitiative – und dann ist es gut, wenn einen jemand darauf hinweist, dass es für das eine oder andere Problem auch eine andere Lösung geben müsste.

Steiner: Mit dem Wandel von einer kommunalen Klinik zu einer Universitätsklinik haben sich Ihre Aufgaben sicher geändert...?

Frühwald: Wir haben heute Aufgaben in drei Gebieten: Lehre, Forschung und Krankenversorgung. Für die Lehre kann ich mir vorstellen, dass wir in Zukunft Studierenden beibringen, wie eine Chemotherapie oder bestimmte kleine Eingriffe funktionieren. Dafür brauchen wir die Elterninitiative nicht zwingend. Eher vielleicht dann, wenn es darum geht, ein Modell für eine Knochenmark-Punktion zu finanzieren, das im Budget nicht enthalten ist. 
Für unsere Forschungsarbeit konnten wir in den letzten Jahren zunehmend Fachpersonal zu uns holen. Frau Prof. Kuhlen, eine führende Forscherin die sich hauptsächlich mit Tumoren der Drüsen beschäftigt. Oder auch Prof. Johann, der bei uns molekularbiologisch forscht, um die genaue Zusammensetzung eines Tumors sehen zu können und wie er mit dem Immunsystem zusammenspielt. Dadurch verstehen wir besser die Wachstumsmechanismen von Tumoren und hoffentlich auch, wie wir sie besser behandeln können. Ich wünsche mir für die Zukunft sehr, dass wir zusammen mit der Elterninitiative noch viele Forschungsprojekte durchführen können. Solche, die die Augsburger Kinderkrebsforschung maßgeblich voranbringen.


Iris Steiner: "Vereine wie der unsere organisieren in regelmäßigen Abständen öffentliche Stammzellenspenden Aktionen."
(Foto: Werbefotografie Weiss)




- - -

Interview mit Gerd Koller und Fidela Garcia de la Russa:

Kommentare