Neuer OB für Augsburg: Florian Freund!

 

Danke. Für das Vertrauen. Für den Mut. Für diesen Aufbruch. Augsburg hat sich entschieden – für einen Neuanfang. Für mehr Miteinander statt Gegeneinander. Für eine Stadt, die wieder an sich glaubt.
Das ist der Anfang von etwas Neuem. Ich verspreche Euch: Ich werde zuhören, zusammenführen, umsetzen. Für Augsburg. Für uns alle.


Florian Freund schnappt sich die Rathaus-Krone:
Augsburg wählt den Wechsel

Wer hätte das gedacht? Am gestrigen Sonntag, dem 22. März 2026, gab es im Augsburger Rathaus eine ordentliche Portion "Rote Grütze" statt der gewohnten schwarzen "CSU-Tapete". Dr. Florian Freund von der SPD hat das Unmögliche wahrgemacht und Amtsinhaberin Eva Weber von der CSU in der Stichwahl den Chefsessel unter dem Allerwertesten weggezogen. Mit 56,58 Prozent der Stimmen schickte der promovierte Volkswirt die bisherige Rathauschefin, die auf 43,42 Prozent kam, zurück in die Rathaus-Opposition.

„Nach 18 Jahren verliert die CSU den OB-Posten in Augsburg – Florian Freund von der SPD holt sich den Sieg.“ (Bayerische Staatszeitung). Ein politisches Erdbeben in der Schwabenmetropole, das selbst die Augsburger Puppenkiste zum Schwanken gebracht haben dürfte.



Dabei sah Freunds Karriere lange nach dem soliden Weg eines Fachmanns aus. Der Gögginger Familienvater, der gerne mal auf dem Rennrad sitzt (laut Eigenbeschreibung „bei mäßigem Erfolg“), hat sich über Jahre als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat profiliert. Er ist kein Lautsprecher, sondern eher der Typ, der die Zahlen im Griff hat, was als Volkswirt bei der Regierung von Schwaben auch irgendwie Pflicht ist. Im Wahlkampf punktete er mit der versprochenen „Augsburg-Wende“, der Rückkehr zum
5-Minuten-Takt bei der Tram und dem Mut, „alte Gräben zuzuschütten“ (SPD Augsburg).

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Während die SPD feierte, als gäbe es kein Morgen mehr, gab man sich im Lager der CSU sichtlich geknickt. „Eva Weber kündigte an, dass man sie im Stadtrat weiter im Einsatz für Augsburg sehen werde.“ (Die Augsburger Zeitung). Freund hingegen strotzte am Wahlabend „vor Freude“ (Radio Augsburg) und versprach, Großprojekte nicht durch „wacklige Mehrheiten“ zu gefährden.



„Ich biete Dr. Florian Freund die Zusammenarbeit meiner Partei im Stadtrat an,“ sagte der CSU-Bezirksvorsitzende Volker Ullrich und räumte die Niederlage seiner Partei bereits frühzeitig ein. Damit setzte er ein Zeichen für eine kooperative politische Zukunft in Augsburg.

"Es war ein sehr guter Wahlkampf von Florian Freund, rechtzeitig begonnen, wo Schwarz/Grün sich noch bräsig auf die faule Haut legten. Wir werden einen bodenständigen und fleißigen und bürgerfreundlichen OB bekommen." (Bernd Heydel, Augsburger Geschäftsmann)

Bündnis 90/Die Grünen: Bürgermeisterin Martina Wild, die im ersten OB-Wahlgang Drittplatzierte, gratulierte Freund herzlich. Die Grünen betonten ihre Rolle als zweitstärkste Kraft im Stadtrat und zeigten sich offen für Koalitionsgespräche, forderten jedoch eine klare Linie in der Klimapolitik und sozialen Gerechtigkeit.

Generation Aux: Die Gruppierung um Raphael Brandmiller hatte bereits vor der Stichwahl eine Wahlempfehlung für Freund ausgesprochen. Sie verbinden mit dem Sieg die Hoffnung auf ein „neues politisches Mindset“ und fordern, dass das wirtschaftliche und kulturelle Potenzial von Augsburg nun mutiger genutzt wird.

FDP & ÖDP: Während offizielle Pressemitteilungen unmittelbar nach der Wahl noch in der internen Abstimmung sind, signalisieren Vertreter (Stadträtin Iris Steiner) beider Parteien, dass sie Freund an seinen Versprechen zur Verwaltungsmodernisierung (FDP) sowie zum Baumschutz und ÖPNV-Ausbau (ÖDP) messen werden. Die ÖDP wird insbesondere ihre Bürgerbegehren („7000 Bäume“ und „Tram-Ring“) als Prüfstein für die neue Stadtführung nutzen.

V-Partei³: Von den ökologisch-progressiven Kräften wird erwartet, dass sie Freund kritisch begleiten, insbesondere da ihm im Wahlkampf eine „konservative Rhetorik“ vorgeworfen wurde. Stadtrat Roland Wegner ist hier der Garant dafür.

WSA (Wir sind Augsburg): Die WSA (Helmut Wiedemann) hatte sich im Wahlkampf frühzeitig für Florian Freund positioniert. Dieser Schulterschluss war im Vorfeld von den Grünen kritisiert worden, sicherte Freund jedoch wichtige Stimmen im bürgerlich-konservativen Lager, das sich nach „Ordnung und Sicherheit“ sehnt. WSA kommt nicht in den neuen Augsburger Stadtrat.

BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht): Der ehemalige OB-Kandidat Dr. Jens Wunderwald hatte zur Wahl von Freund aufgerufen, da die Bilanz der bisherigen Stadtführung unter Eva Weber aus Sicht des BSW unzureichend war. BSW kommt nicht in den neuen Augsburger Stadtrat.

Unser Kommentar: Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Erleichterung über das Ende der schwarz-grünen Mehrheit ist bei den kleineren Oppositionsgruppen groß. Gleichzeitig ist der Erwartungsdruck an Florian Freund enorm, die „Augsburg-Wende“ mit stabilen Mehrheiten einzuleiten, ohne dabei die progressiven Kräfte zu verprellen.

Ab Mai 2026 weht also ein neuer Wind durch die Gassen der Bert-Brecht-Stadt. Ob der Freundliche Grillmeister aus Göggingen die Stadt tatsächlich so gut schaukelt wie sein Steak auf dem Rost, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Langweilig wird es mit dem neuen „Rathaus-Chef“ so schnell nicht.


Unser Interview mit Florian Freund vor der Stichwahl:






Zeit: Amtsantritt im Mai 2026

Informative Links:

Wahlergebnisse der Stadt Augsburg

Bericht der Bayerischen Staatszeitung

News-Update bei Radio Augsburg

Bericht in der DAZ (Die Augsburger Zeitung)


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