Von Trümmern und Treuebruch: Warum die Augsburger CSU laut Baron von Hohenhau vor dem Abgrund steht!
| Baron von Hohenau ärgert sich gewaltig über die Augsburger CSU und ihre Führungsmannschaft. |
Beben in der Augsburger CSU: Baron von Hohenhau rechnet gnadenlos ab
Es sind Worte wie politische Hammerschläge, die derzeit die Fundamente der Augsburger CSU erschüttern. In einem beispiellosen Offenen Brief bricht Baron Rolf von Hohenhau, eine Institution mit 50 Jahren Parteierfahrung, das Schweigen über den Zustand seiner politischen Heimat. Eine dramatische Abrechnung mit der aktuellen Führungsmannschaft der Augsburger CSU.
Die Verhältnisse in der Augsburger CSU erinnern mich an die Zeit zurück, in der wir damals Knipfer abgelöst und die Trennung zwischen CSU und CSM beseitigt haben. Auch heute ist es dringend erforderlich, in der Augsburger CSU reinen Tisch zu machen und die aktuelle Führungsmannschaft, die in allen Bereichen versagt hat, abzulösen. Augsburg braucht eine junge Führungsmannschaft, die verhindert, dass die früher so erfolgreiche Partei in die Bedeutungslosigkeit absinkt.
Der jetzige Parteivorsitzende Volker Ullrich hat versucht, die Verantwortung am Wahldebakel allein auf Eva Weber abzuwälzen. Er ist dieser bereits im Wahlkampf in den Rücken gefallen, hat ihr am Wahlabend, bevor überhaupt das Endergebnis bekannt war, schon die Schuld für das Wahldebakel zugeschoben, das ist mehr als charakterlos. Dabei hat er als Vorsitzender der Partei die Verantwortung für die Politik und damit auch für die Niederlage der Augsburger CSU.
Aber das ist wohl so sein Charakter. Schon als er damals mit den Stimmen des OV 1, des größten Ortsverbandes in Augsburg (14 Delegierte), als Nachfolger von Christian Ruck, gewählt wurde, ist er dem OV 1 bereits einige Wochen später gemeinsam mit Leo Dietz in den Rücken gefallen. Die Zwei haben damals auch verhindert, dass Iris Steiner vom Ortsverband Kriegshaber – wie vom OV 1 beschlossen – in den OV 1 wechseln konnte.
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Die Eigenschaft, nichts zu tun und andere verantwortlich zu machen, hat Ullrich auch bei den aramäischen Christen gezeigt, einer großen Bevölkerungsgruppe in Augsburg, die zu unserer Zeit voll CSU gewählt hat. Hier hat er sich zum Vorsitzenden der Deutsch-Aramäischen Gesellschaft wählen lassen, mit dem Ziel, auf einem der Augsburger Friedhöfe ein Denkmal für die Millionen Aramäer aufzustellen, die um 1900 in einem Holocaust in der Türkei ums Leben gekommen sind. Die Kosten dafür hätten die Aramäer selbst aufgebracht, Plätze für ein solchen Denkmal haben wir einige angeboten, aber bis heute ist nach Jahren nichts geschehen, mit dem Ergebnis, dass viele Aramäer die CSU Augsburg verlassen und mit Sicherheit bei der letzten Wahl auch nicht gewählt haben.
Heute sieht man das Ergebnis dieser Politik. Iris Steiner ist nach dem Wechsel zur FDP in den Stadtrat eingerückt. Der aktuelle Ortsvorsitzende des OV 1, Chico Pittmann, ist trotz guter Platzierung nicht in den Stadtrat gewählt worden.
Während wir zu meiner Zeit als Ortsvorsitzender immer drei Stadträte hatten, ist die Innenstadt heute durch keinen CSU-Stadtrat mehr vertreten. Noch weniger erfolgreich hat sich die Tätigkeit von Leo Dietz als Stadtrat, Fraktionsvorsitzender und Landtagsabgeordneter abgespielt. Außer einigen Vorteilen für seine eigene Gastronomie in der Maxstraße hat man von ihm in den ganzen Jahren keine Erfolge für die Stadt Augsburg gesehen. Nach dem Wahldebakel ist er in den Urlaub gefahren und versucht wohl auf diese Weise seinen Kopf zu retten.
Für die drittgrößte Stadt in Bayern ist es eine Schande, im Bayerischen Landtag durch eine solche Person vertreten zu werden. Auch Eva Weber wäre gut beraten, nach ihrer erfolglosen Amtsperiode als Oberbürgermeisterin die Augsburger Politik zu verlassen und der CSU nicht weiter zu schaden.
Gemeinsam haben es die oben genannten geschafft, dass sehr viele engagierte CSU-Mitglieder die Partei verlassen und bei der Stichwahl lieber SPD gewählt haben als diesem Trauerspiel der CSU Augsburg noch weiter zuzuschauen. 15 von 60 Stadträten für die CSU ist ein inakzeptables Ergebnis.
Man kann nur hoffen, dass möglichst bald fleißige junge CSU-Mitglieder in Augsburg das Schicksal der Partei in die Hand nehmen. Besonders frustrierend war es in jüngster Zeit auch, dass man für Ullrich in Bonn eine Stelle geschaffen hat, bei der er 150.000 Euro im Jahr verdient und mit Büro und einiger personeller Ausstattung wohl einige Hunderttausend Euro kostet.
Seine Aussage in der Öffentlichkeit, dass er diesen Job auch ohne Weiteres neben seiner Tätigkeit als Bezirksvorsitzender der CSU in Augsburg und als Stadtrat erledigen könne - wörtlich hat er gegenüber der Zeitung ausgeführt „viele BpB Besprechungen könne er direkt digital wahrnehmen“ - hat einen Sturm der Entrüstung in der Öffentlichkeit ausgelöst.
Rolf von Hohenhau
(50 Jahre (!) Mitglied der CSU)

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