| Sliderbild am Grasigen Weg, ehemaliger Kasernen-Eingang. |
Zeitreise per Klick: Regio Augsburg stellt neue Tourismus-App vor
»Nicht nur für Gäste aus den USA, die im Jahr 2025 mit 17.000 Übernachtungen die viertmeiste Besucherzahl in Augsburg stellten, sondern für alle, die ihre Lebenszeit irgendwie mit den fast fünfzig Jahren US-Präsenz verbinden, ist diese App gedacht.« Mit diesen Worten begrüßte der Geschäftsführer der rührigen Regio Augsburg Tourismus GmbH, Herr Götz Beck, die rund 40 Interessierten.
| Götz Beck, Geschäftsführer der Regio Augsburg im Neuen Amerika-Haus bei der App-Präsentation |
Beck stellte einen digitalen Spazierweg vor, der an der Tram-Haltestelle Pfersee-Schlößle beginnt und an der Station Westfriedhof endet. Dazwischen liegen 17 Merkpunkte der früheren US-amerikanischen Präsenz, die sich im Wesentlichen auf den Sheridan-Park im Westen von Augsburg konzentrieren. Die App führt die Nutzer per Slider-Bilder durch »Little America«. Durch das Verschieben übereinandergelegter Fotos wird der Vergleich zwischen den historischen Ansichten und der heutigen Situation unmittelbar erlebbar.
| Ehemalige Kommandantur mit zeitgenössischen US-Cars und einem "Volkswägen". |
Vom Dienstantritt bis zur Goaßnmaß
Optisch und akustisch lässt sich in deutscher sowie englischer Sprache der gedachte Tagesablauf eines US-Soldaten in Augsburg nachvollziehen. Der Weg führt vom Zugang zur Kaserne über den Dienstbeginn in der Kommandantur bis zum abendlichen Entspannen in der »Last Chance Bar«. So bezeichneten die GIs die Gaststätte »Zum Schlößle«, weil es die letzte Möglichkeit war, vor der Rückkehr in die Mannschaftsunterkunft noch eine »Goaßnmaß« zu erhalten.Besonders interessant sind die historischen Aufnahmen, etwa von der Halle 116, die heute das Neue Amerika-Haus beherbergt. Beeindruckend bleibt die bauliche Veränderung des 40 Hektar großen Sheridan-Areals. Wo vor 40 Jahren noch Exerzierplätze waren, spielen heute Kinder im Park. Das ehemalige Postamt, in der Vor-E-Mail-Zeit die wichtigste Verbindung in die Staaten, ist einer schmucken Eigentumswohnanlage gewichen. Übrig geblieben sind die archivierten Briefe, die oft mit Wehmut, meist jedoch in witziger Form über die Besonderheiten der Augsburger berichten. So amüsierten sich die Soldaten etwa darüber, dass Radfahrer die Automobilisten ob ihrer straßenverkehrlichen Impertinenz lautstark anbrüllen.
| Gäste und Pressevertreter: Vorne, ganz links im Bild ist der Ideengeber für die App,Ex-MdL Johannes Hintersberger, neben ihm der ehemalige GI Bill Burmeister. |
Ein Gemeinschaftswerk für die Geschichte
Götz Beck betonte, dass die App ohne die Arbeit der beiden Vereine »Amerika in Augsburg« (AiA) und »American Car Friends Augsburg« (ACFA) nicht entstanden wäre. Diese lieferten Bilder, Texte und Zeitzeugenberichte, um den Spazierweg im »Easy Living«-Modus genießen zu können. Georg Feuerer und Harm Ritter, die jeweiligen Vereinsvorstände, zeigten sich dankbar, dass die Regio die Erinnerung an die Demokratisierung und die Wertegestaltung durch die USA in dieser Form unterstützt.Bill Burmeister, ein in Augsburg lebender ehemaliger US-Soldat, erinnerte sich während der Vorstellung an seinen Dienst in Zeiten des Kalten Krieges. Bei der Jagd nach »Frolleins« lernte er seine Frau kennen, mit der er heute noch verheiratet ist. Für ihn war die Zeit in der Sheridan-Kaserne eine Kombination aus gutem Tun und gutem Erleben.
Man muss die derzeitige US-Politik nicht ausblenden, um diesen Spazierweg positiv zu bewerten. Die App ist sowohl eine Handreichung an die vielen amerikanischen Gäste als auch ein Geschichtslernpfad ohne erhobenen Zeigefinger für alle, die das Leben der Soldaten damals nicht selbst miterleben konnten.
Gut gemacht, Regio Augsburg und AiA/ACFA!
Bericht und Fotos: Mike Ehrmanntraut
Bilder mit Genehmigung der Vereine
Link zur App
Eintritt: Kostenlos (Download der App)
Informative Links:
| Die Wegführung der App. |
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