Florian Freund: Der Dirigent des Neuanfangs!



Es sind oft die stillen Momente, in denen sich das Gewicht der Geschichte am deutlichsten offenbart. Als Dr. Florian Freund am 4. Mai 2026 im altehrwürdigen Goldenen Saal des Rathauses die schwere goldene Amtskette um die Schultern gelegt wird, atmet eine ganze Stadt auf – und hält gleichzeitig den Atem an. Mit 47 Jahren übernimmt der Sozialdemokrat die Führung der drittgrößten Stadt Bayerns und beendet damit eine 18-jährige Ära der CSU. Es ist der vorläufige Höhepunkt eines Lebensweges, der nicht in den elitären Zirkeln der Macht begann, sondern von harter Arbeit und einem unbändigen Gestaltungswillen geprägt ist.

Echte Heimat


Geboren am 13. Februar 1979 im fränkischen Würzburg, wächst Florian Freund in bodenständigen Verhältnissen auf. Er ist der Erste in seiner Familie, der den Schritt an die Universität wagt. Seine Bodenhaftung verliert er dabei nie: Um sein Studium der Volkswirtschaftslehre zu finanzieren, arbeitet er auf dem Bau und bei großen Technologieunternehmen.

Zuvor hatte er im Zivildienst mehrfachbehinderte Kinder betreut und gelernt, Verantwortung für andere zu übernehmen. Im Jahr 1999 zieht es ihn nach Augsburg, eine Stadt, die für ihn schnell zur echten Heimat wird.

Heute lebt er mit seiner Frau Marei und den drei gemeinsamen Töchtern im beschaulichen Stadtteil Göggingen. Wenn er nicht gerade über Haushaltsplänen brütet, schwingt er sich auf sein Rennrad, begeistert sich für die französische Kultur und Küche oder entspannt als „passionierter Netflix-Zuschauer“ auf der heimischen Couch. Hinter dieser nahbaren Fassade verbirgt sich jedoch ein brillanter analytischer Geist: Bereits mit 28 Jahren promoviert er zum Dr. rer. pol. über „fiskalische Spillover-Effekte“.

Als Regierungsdirektor bei der Regierung von Schwaben erwarb er sich in den vergangenen Jahren das Rüstzeug, komplexe Verwaltungsapparate zu durchdringen.
Dass aus dem Verwaltungsexperten ein charismatischer Wahlkämpfer wurde, überraschte im Frühjahr 2026 viele. Mit seinem Programm „26 für 26“ und dem pragmatischen Dreiklang „Ordnung. Sicherheit. Zukunft.“ traf er den Nerv einer Stadt, die sich nach Veränderung sehnte. Nach einem ersten Wahlgang, in dem er mit 19,9 Prozent noch deutlich hinter der Amtsinhaberin Eva Weber lag, entfachte er in der Stichwahl eine beispiellose Dynamik. Mit 56,58 Prozent der Stimmen fegte er am 22. März durch die Wahllokale.

Geschmiedete Startmehrheit


Freunds Geheimnis? Er hörte den Menschen zu und forderte unermüdlich: „Schluss mit der Wagenburg-Mentalität“. Seine Weigerung, sich in starre parteipolitische Schützengräben zu begeben, brachte ihm eine breite Allianz ein. Weggefährten schätzen seine Verlässlichkeit. So lobt der ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger: „Die Zusammenarbeit mit Florian Freund war in den letzten Jahren sehr vertrauensvoll“. Auch Raphael Brandmiller von der Wählergruppe Generation AUX sieht in der von Freund geschmiedeten Startmehrheit „die große Chance, Augsburg neu zu denken“. Selbst der politische Gegner zollt Respekt: Dr. Volker Ullrich von der CSU betonte, man wolle nun gemeinsam Verantwortung für die Stadt übernehmen.

Lediglich die Grünen, die aus der neuen Regierungsmehrheit ausgeschlossen wurden, zeigen sich enttäuscht. Deren Sprecher werfen ihm vor, er setze auf eine „Rhetorik, die man bislang aus dem rechts-konservativen Lager kennt: Mehr Ordnung, mehr Sicherheit“. Doch Freund lässt sich von parteipolitischem Rauschen nicht beirren. Er ist angetreten, um zu liefern.

Volle Unterstützung durch die Augsburger SPD.
(Foto: lima423)



Wirtschaft wird Chefsache


Seine Vision für Augsburg ist so ehrgeizig wie konkret: Er macht die Wirtschaft zur „Chefsache“ und plant den Aufstieg Augsburgs in die „erste Liga der Wirtschaftsstandorte“ – unter anderem durch eine „Medical City“ und neue Gewerbegebiete. Unter dem Motto „Bauen, bauen, bauen“ will er dem Mangel an Wohnraum durch Nachverdichtung begegnen und jungen Menschen mit einem eigenen „Auszubildendenwerk“ feste, günstige Mieten garantieren. Die Schulen sollen mit 50 Millionen Euro jährlich saniert werden, wobei ein spezielles Millionenbudget endlich die unwürdigen Dauerprovisorien bei den Schultoiletten beenden soll. Für den Nahverkehr verspricht er die Rückkehr zum begehrten 5-Minuten-Takt. Und um der Seele der Stadt wieder Flügel zu verleihen, treibt er die Bewerbung Augsburgs als Europäische Kulturhauptstadt 2040 voran.

Freund gibt dabei offen und fast schon charmant kokettierend zu, dass er selbst kein großer Künstler sei und ihm das tiefe Verständnis für den kreativen Prozess fehle. Und doch schließt sich mit seinem Einzug in das höchste Amt der Stadt ein wunderbarer Kreis. Ende der 1990er Jahre sammelte der junge Freund beim Theater Chambinzky in Würzburg seine erste und einzige Bühnenerfahrung.
Damals spielte er in der „Feuerzangenbowle“ den ahnungslosen Schüler Knebel, der mit einer wildgewordenen Klasse Schabernack treibt. Heute, knapp drei Jahrzehnte später, hat er in Bayerns drittgrößter Stadt endgültig die Regie übernommen.

Familie ist Ruhepol


Dr. Florian Freund ist ein ausgeprägter Familienmensch, für den sein privates Umfeld eine zentrale und erdende Rolle spielt. Er lebt gemeinsam mit seiner Frau Marei und den drei gemeinsamen Töchtern (geboren in den Jahren 2014, 2016 und 2018) im Augsburger Stadtteil Göggingen. Seine Frau stammt ursprünglich aus Garmisch-Partenkirchen.

Die Familie dient ihm als wichtiger Ruhepol und Ausgleich zum intensiven politischen und beruflichen Alltag. Wenn er nicht im Rathaus oder für seine Partei unterwegs ist, verbringt er seine freie Zeit gerne mit seiner Familie bei Spaziergängen an der Wertach, steht am heimischen Grill oder unternimmt gemeinsame Ausflüge ins Allgäu sowie in die Heimatstadt seiner Frau.

In der Erziehung seiner drei Töchter legt der neue Oberbürgermeister allergrößten Wert auf Bodenhaftung. In einem Interview mit einem regionalen Magazin machte er deutlich, dass sein neues Amt das familiäre Selbstverständnis nicht verändern dürfe: „Ich glaube, meine Kinder dürfen sich nicht für was Besonderes halten, nur weil ich ihr Papa bin“. Zugleich ist er sich der Belastungen bewusst, die das Amt für seine Familie mit sich bringen kann. Es ist ihm daher ein wichtiges Anliegen, seine Töchter mental darauf vorzubereiten und sie zu wappnen, falls sie künftig einmal mit öffentlicher Kritik an ihm und seiner Politik konfrontiert werden sollten.



Name ist Programm


In seiner Haltung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern agiert Freund als echter Verbündeter. Er positioniert sich als Anwalt der „Normalverdiener und Azubis“ und legt größten Wert auf sozialen Ausgleich, der niemanden vergisst. In seiner Kampagne betonte er, dass Politik für ihn genau dort beginnt, „wo Menschen füreinander da sind“. Diese bodenständige, nahbare Art spiegelt wider, was die Rolle eines guten Freundes ausmacht: Er will „zuhören, zusammenführen und umsetzen“.

Das Gedicht des in Augsburg geborenen Bertolt Brecht schließt thematisch perfekt an diesen auf Zusammenhalt ausgerichteten Politikstil an. Es nennt in seinem berühmten Vers genau jene Eigenschaft, die der neue Oberbürgermeister Dr. Florian Freund als Versprechen bereits im Namen trägt:

Vergnügungen

Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen 
Das wiedergefundene alte Buch 
Begeisterte Gesichter 
Schnee, der Wechsel der Jahreszeiten 
Die Zeitung 
Der Hund 
Die Dialektik 
Duschen, Schwimmen 
Alte Musik 
Bequeme Schuhe 
Begreifen 
Neue Musik 
Schreiben, Pflanzen 
Reisen 
Singen 
Freundlich sein.
Text: Arno Loeb

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