Das Zelt der sensationellen Träume gastiert in Augsburg: Manege frei für die einzigartige Zirkus Familie Barelli!
| Da fliegen sie durch die Zirkusluft: „The Flying Milla“. |
Wer mal wieder in Augsburg echt vergnügliche und hervorragende Zirkusluft schnuppern will, der besucht das kolossale Zelt der „Gebrüder Barelli“. Es ist auf einem weiten Platz zwischen historischen Zirkuswagen und Traktoren beim Holzbach neben dem Familienbad und dem Plärrergelände aufgebaut. Was für ein herrlicher, nostalgischer Anblick, der das Herz des Betrachters augenblicklich höher springen lässt. Das riesige Gebilde, "Europas modernster freistehender Zeltpalast", präsentiert sich als ein wahres Prachtexemplar traditioneller Schaustellerkunst. Es erstrahlt in den klassischen Farben Weiß und Rot, die sofort Erinnerungen an den Duft von Popcorn, Sägemehl, Artisten, Musik, Attraktionen und die pure Magie der Fantasie wecken. Und das für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Bei Nacht mit seinen weithin strahlenden Lichtern ein romantisches Erlebnis der Sonderklasse.
Nostalgisches Flair
Hallo, Augsburg, ich war drin, bei der Nachmittagsvorstellung am Sonntag und staunte pausenlos. Da ist jede einzelne Artisten-Nummer das Eintrittsgeld wert, das verrate ich hiermit jedem noch so knickrigen Datschiburger. Ich könnte noch viel über dieses majestätische Zelt erzählen, das von einer imposanten, weißen Gitterbogenkonstruktion überspannt wird, die sich wie ein schützender Himmel über die gesamte Anlage legt. Der Eingangsbereich verzaubert durch seine detailverliebte, historische Gestaltung. Ein weißer Holzzaun mit rot abgesetzten Pfosten weist den Weg, während kunstvoll geschwungene, rote Laternenmasten mit goldenen Glockenleuchten nostalgisches Flair verströmen.
Gut, gut, aber kommen wir endlich zu den kleinen und großen Sensationen, die im Zelt für uns geboten sind. Natürlich werde ich hier nicht alle Nummern mit ihren originellen Gags und aufregenden Szenen verraten, die das jubelnde Publikum aus Erwachsenen und vielen Kindern begeistern. Ich verrate nur so viel, dass es beim aktuellen Programm „Grand Prix der Artisten“ mit dem Sound der Kapelle auf dem Balkon, tanzenden Lichtern, winkenden Tänzerinnen, glitzernden Konfettis und auftauchenden und verschwindenden Artisten losgeht. Die Stimmung steigt schnell. Das Publikum klatscht sich heiß, und die Kinder quietschen aus Vorfreude auf den Rängen.
| Der RoboDog springt durch den Reifen. |
Mit jedem Schritt in der Gefahrenzone
Die hellen Lichtstrahlen richten sich auf eine weiße Waage, das „Todesrad“ genannt, mit zwei runden Käfigen, jeweils einer am Ende. Zwei Männer, die Brothers Rivera aus Kolumbien, kommen angerannt und klettern hinein. Eine fantastische Action-Show voller Energie beginnt. Da trifft Rhythmus auf Risiko. Leichtigkeit trifft bei den beiden auf absolute Kontrolle, während sich unter ihren Füßen das Rad unaufhaltsam dreht. Mit jeder Drehung, jedem Schritt und jedem Sprung bewegen sie sich in einer Gefahrenzone. Dabei schaffen sie Momente, die zwischen Eleganz und purer Waghalsigkeit wechseln. Die äußerst gelenkigen und kräftigen Männer steigen, klettern in und auf den von ihnen unermüdlich angetriebenen rotierenden Käfigen herum, fliegen durch die Luft, riskieren gefährliche Übungen, was dem Publikum den Atem stocken lässt. Besonders, als einer sich eine schwarze Kapuze über den Kopf zieht und blind auf dem schnell herumkreisenden Gerät freihändig herumläuft. Klar, tosender Applaus.
Dann geht es Schlag auf Schlag. Luftholen ist später angesagt. Der Roboter-Hund springt erst durch den Reifen, wenn das Publikum laut mitzählt. Der französische Clown Pieric schießt mit dem Blasrohr eine Pfauenfeder durch die Luft. Orientalische Tänzerinnen erscheinen mit passendem Sound von der hervorragenden Kapelle zum geheimnisvollen Schleiertanz motiviert. Kein Wunder, dass nun Kamele auftauchen. Und tänzelnde, sich drehende Pferde. Man staunt immer wieder, wie groß diese Wüstentiere sind, wenn sie mit ihren Höckern, den großen Augen und dem langen Maul an unserer Nase vorbeispazieren.
| "Brothers Rivera": Acton-Show voller Energie im "Todesrad". |
Zackenstange und brennender Reifen
Angenehm fällt hier auf, dass diese Tiere nicht herumgehetzt werden und irrwitzige Kunststücke aufführen müssen, oder auf ihnen geturnt wird. Da wundern wir uns nicht, dass der „Circus Gebrüder Barelli“ für seine gute Tierhaltung von Tierfreunden und vom Publikum gelobt wird. „Sie sind ja mit uns aufgewachsen“, erklärt Meisterdressör Franz Barelli in der Manege dem aufmerksam lauschenden Publikum. „Sie wollen wie wir lernen und spielen und mögen den Applaus genauso gerne wie wir.“
| Kamele in der Manege. |
Nach einer witzigen Zaubershow von Pieric mit dem Moderator und Komiker Timmy Barelli als stichelnder Magier, bei dem das bunte Tuch einer Besucherin herhalten muss, wird von den Helfern das Hochseil für zwei Artisten aufgebaut. Die rot gekleideten Männer liefern auf dem gespannten Seil eine Mega-Vorstellung mit Sprungseil, Zackenstange und brennendem Reifen ab. Die Drahtseilakrobatik der "Gebrüder Tonitos" zählt zu den anspruchsvollsten Disziplinen der klassischen Zirkuskunst und findet in der neuen Produktion des „Circus Gebrüder Barelli“ ihren besonderen Platz. Die Brüder Kevin und David Tonito, gebürtig aus Spanien, vereinen in ihrer Darbietung höchste Präzision, absolute Körperkontrolle und ein außergewöhnliches Gespür für Balance.
| Verrückte Show eines bunten Röhrenmonsters. |
Natürlicher Charme und feines Gespür für Humor
Auch die Barelli-Enkel zeigen ihr Können. Anthony Barelli mit feuriger Trompete und Francesco Barelli mit einer hochklassigen Jonglage mit scheinbar immer mehr werdenden weißen Bällen, die wie durch unglaubliche Magnetkräfte den Händen folgen. Die Stufen der Treppe rauf- und runterhüpfen die Bälle und auf der steigenden Hebebühne berühren sie fast das Zeltdach. Beim erst zwölf Jahre alten Anthony spürt das Publikum sofort: Hier steht ein Junge, der liebt, was er tut. Mit seinem natürlichen Charme und einem feinen Gespür für Humor lässt er das Publikum lachen. Ein junges Talent mit großem Herz und starkem Klang.
| Clown Pieric reitet mit einem Mädchen aus dem Publikum, das ihm seinen Hut vom Boden aufgehoben hat, gutgelaunt durch die Manege. |
In der Pause schaut das Publikum zu den Tieren im Gatter und Stall hinterm Zelt. Tierfutter kann gekauft werden. Es scheint noch kräftig die Sonne, und eine kleine Theke mit Getränken ist aufgebaut. Die beiden jungen weißen Kamele lenken natürlich die meisten Blicke auf sich. Sie werden gestreichelt und fotografiert. Endlich mal ein Selfie mit einem echten Kamel!
| Frauen verschwinden und tauchen wieder auf bei der „Luna Magic Show“. |
„The Flying Milla“, das sind gleich nach der Pause fünf südamerikanische Menschen, die in leuchtender Artisten-Kleidung durch die Luft fliegen. Scheinbar mühelos überwinden sie die Schwerkraft und schweben unterm Zeltdach am Trapez wie Zaubervögel am Himmel. Das ist eine Weltklasse-Attraktion. Die Artisten wagen brenzlige Begegnungen in der Luft und Augenblicke, in denen alles nur an einem einzigen Griff hängt.
In blaues mystisches Licht getaucht klettert an zwei bodenlangen Tüchern hoch. Sie schraubt sich in die Höhe wie ein Wirbelwind. Verknotet sich in die Tücher und gleitet kopfabwärts runter. Atemlose Spannung. In ihrer Tücher-Luftakrobatik verbindet Salima Folco Barelli, die Enkeltochter des berühmten Circusdirektors Franz Althof. Für sie ist die Manege nicht nur Bühne, sondern Herkunft und Grundlage ihres Schaffens.
Wie die Königin der Amazonen
| Die Tonito-Brüder: Klassische Zirkuskunst mit Degenkampf auf dem Hochseil. |
Sie reitet auf ihrem Pferd "Quiero" in die Manege: Ramona Barelli. Mit feinstem Gespür, konzentrierter Ruhe und absoluter Kontrolle führt sie ihren spanischen Andalusier durch die hohe Schule der Reitkunst. Das ist eine bewundernswerte Darbietung, die nicht von Zwang lebt, sondern von Vertrauen, Harmonie und gegenseitigem Verständnis von Tier und Mensch. Das spürt das gebannte Publikum. Jede Bewegung ist abgestimmt, jede Geste ein stiller Dialog zwischen Reiterin und Pferd. Kraft und Anmut verschmelzen zu einer Einheit. Zwei Wesen im vollkommenen Einklang. Mit Anmut und Stärke, eine majestätische Darbietung. So muss einst die Königin der Amazonen gewirkt haben.
Direkt aus den Vereinigten Staaten bringt die „Luna Magic Show“ den unverwechselbaren Charakter der großen internationalen Bühnen in den „Circus Gebrüder Barelli“. Zu sehen ist diese Wahnsinns-Truppe auf internationalen Bühnen und in renommierten Varietéproduktionen am Las Vegas Strip, vereint die Show klassische Magie mit moderner Inszenierung und überraschenden Momenten. Ein Auftritt, der das Publikum mitnimmt in eine Welt, in der das Unmögliche greifbar scheint. Der Illusionist saust wie ein Derwisch durch die Manege mit einem eigenartigen Käfig mit Gitterstäben. Eine lodernde Fackel in seiner Hand. Keine Messer durchstechen den Käfig in dem die hübsche Frau verschwindet, sondern brennende Stäbe werden hindurchgebohrt ihn. Wird sie gegrillt? Frauen verschwinden rätselhaft, tauchen plötzlich hinterm schwarzen Vorhang wieder auf.
| Im blauen mystischen Licht klettert sie an den Tüchern in die Höhe: Salima Folco Barelli. |
| Anthony Barelli und seine verbotene Trompete. |
| Ramona Barelli: Hohe Schule der Reitkunst. |
Unbedingt anschauen
Hallo, Augsburg, schaut unbedingt zum „Circus Gebrüder Barelli“ ins Mega-Zelt beim Plärrer, und ihr werdet staunen, dass es noch so ein, eigentlich unbezahlbares, tolles Vergnügen in unserer manchmal doch recht düsteren Welt gibt. Ihr werdet es garantiert nicht bereuen. Dieser Zirkus hat es drauf, nicht mit Klischees Langeweile zu verbreiten und mit doofen Nummern sein Publikum zu quälen, sondern durch erstklassige Unterhaltung mit bestem Niveau. „Circus Gebrüder Barelli“ hat eine angenehme Atmosphäre, ist familiär und besitzt ein gut durchdachtes Programm mit Darbietungen, die hundertprozentig sensationell sind.
Sehr gelungen finde ich auch das Vorzelt, in dem sich das kleine Zirkus-Museum mit historischen Gegenständen aus der Barelli-Familie und ihre Fotos befinden. Popcorn, Crepes und Getränke sind auf der anderen Seite an Ständen mit Verkäuferinnen, die zur Showtanzgruppe gehören, zu bekommen. Auch ein Zirkus-Café ist hier zum Warten auf die Vorführung installiert.
Ich habe die Kinder beim Verlassen des Zirkuszeltes ein wenig beobachtet und konnte erkennen, dass sie sich an dieses einmalige Zirkuserlebnis in diesem Zelt der Träume und Fantasie in ihrem Leben immer wieder gern erinnern werden. Das sollten wir allen Kindern gönnen. Und auch die Eltern haben etwas Träumerisches in ihrem Blick, wenn sie vor das Zirkuszelt treten.
Bericht: Arno Loeb
Fotos: Lina Mann
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CIRCUS GEBRÜDER BARELLI
"Der schönste Circus des Universums"
Gelände beim Holzbach, neben Plärrer und Familienbad
Das Gastspiel in Augsburg läuft noch bis einschließlich Sonntag, den 14. Juni 2026

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