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| Claudia Nickl und Carmen Sturm auf der Bühne, sprachen ein gemeinsames Grußwort. |
Der Behindertenbeirat der Schwabenmetropole Augsburg feiert Geburtstag, seinen 30. Da darf man es schon mal etwas krachen lassen. »Ein Hoch auf uns, wir vergolden uns diesen Tag.« Der berühmte Song »Auf uns« vom Popstar Andreas Bourani wurde ganz genau genommen. Es wurde im Goldenen Saal gefeiert. Oberbürgermeister Dr. Florian Freund bestätigte, der Goldene Saal im prächtigen historischen Rathaus ist genau der richtige Rahmen. Wo sonst die große Stadtgeschichte spürbar wird, stand an diesem Abend die gelebte Inklusion im Rampenlicht. Die zahlreichen Gäste durften sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen.
Was ist der Behindertenbeirat eigentlich?
Der Behindertenbeirat der Schwabenmetropole Augsburg ist die unabhängige, ehrenamtliche und überparteiliche Interessenvertretung für die vielen Augsburger Bürgerinnen und Bürger mit Einschränkungen. Das Gremium berät den Stadtrat und die Stadtverwaltung direkt in allen Fragen der Barrierefreiheit, Gleichberechtigung und Teilhabe. Aufgeteilt in sechs spezialisierte Fachbereiche kämpfen die Beteiligten täglich dafür, dass Inklusion im städtischen Leben keine Theorie bleibt, sondern Praxis wird. Ohne den unermüdlichen Einsatz der oder des Vorsitzenden, der Geschäftsstellenleitung und die vielen gewählten ehrenamtlichen Beiratsmitglieder wäre diese wertvolle Arbeit über all die Jahrzehnte hinweg schlichtweg undenkbar. Dafür dankte Oberbürgermeister Dr. Florian Freund. Der Einsatz für die Inklusion kommt der ganzen Stadt Augsburg zugute und all ihren Bürgerinnen und Bürgern. Inklusion betrifft die gesamte Stadtgesellschaft.Musikalische Vielfalt und starke Worte
Für die passende, feierliche Stimmung im Saal sorgten gleich zwei Chöre, die den Abend perfekt untermalten. Der Chor vom Verein »Anders Normal« und der Jugendchor »Augustana« setzten musikalische Glanzpunkte. Zu einer offiziellen Geburtstagsfeier gehören Grußworte, die herzlich und emotional ausfielen. Neben Oberbürgermeister Dr. Florian Freunds Rede war ein ganz besonderer Moment das gemeinsame Grußwort der aktuellen Vorsitzenden Claudia Nickl und des Gründungsmitglieds Carmen Sturm, die mit einem sehr persönlichen und bewegenden Rückblick die Herzen der zahlreichen Gäste eroberten.Mühsamer Anfang
Musikalische Vielfalt und starke Worte
Doch die Herausforderungen sind bis heute groß. Man braucht einen langen Atem, Mut, Durchsetzungsvermögen, Geduld sowie eine kritische Begutachtung und eine geschickte Kommunikation. Barrieren gibt es überall, vor allem auch in den Köpfen. Um diese zu überwinden, muss man einander aufmerksam zuhören und sachlich miteinander im Austausch bleiben. Das ist in der Praxis nicht immer einfach. »Doch wir sind dankbar und auch stolz auf das, was wir geschafft haben«, unterstrichen Claudia Nickl und Carmen Sturm. Inklusion ist kein Luxus und eigentlich nichts, worum man erst kämpfen müsste, sondern ein Menschenrecht, das in der UN-Menschenrechtskonvention fest verankert ist. Wie so oft gibt es in der praktischen Umsetzung allerdings noch sehr viel zu tun.Brückenbauer mit Herz und Verstand
Auf einem vom Moderator Horst Thieme wie immer humorvoll und professionell geleiteten Podium saßen drei Personen, die sich noch gut an die Anfänge des Behindertenbeirats erinnerten: Michael Gebler, der Stefan Pfalzgraf damals motivierte, den ersten Vorsitz zu übernehmen, sowie Christine Sturm-Rudat vom VdK. Erinnert wurde dabei auch an den verstorbenen Arno Erlei, der nach Pfalzgraf die Leitung übernahm. Er war ein großer Netzwerker weit über die Grenzen der Schwabenmetropole Augsburg hinaus. Das war und ist wichtig, um voneinander zu lernen und eine große Schar an Mitstreitern zu gewinnen.
Pfalzgraf erzählte: »Am Anfang gab es nichts, keine Satzung, keine Struktur, keine Mitglieder und kaum Inklusionsgedanken. Man fing schlichtweg bei null an.« Dazu brauchte es ebenso verlässliche wie kompetente Persönlichkeiten im Hintergrund der Verwaltung. So leitete über 20 Jahre lang Otto Kaufmann die Geschäftsstelle des Beirats verantwortungsvoll mit ganzem Einsatz. Heute führt Alexandra Talio diese bedeutende Aufgabe mit demselben Herzblut fort. Beiden gebührt großer Dank, wie auf der Bühne betont wurde.
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| Im Vordergrund die Gebärden-Dolmetscherinnen und im Hintergrund der Chor »Augustana«. |
Großer Stolz auf das Erreichte
»Es ist schon viel geschafft worden«, war auf dem Geburtstagsfest immer wieder zu hören. Der größte Dank gehört den ehrenamtlichen Mitgliedern für ihre Bereitschaft, sich unermüdlich einzusetzen, selbst wenn man Rückschläge erlebt. Denn gerade in wirtschaftlich und gesellschaftlich geforderten Zeiten darf beim Thema Inklusion keinesfalls gespart oder weggesehen werden.
Da muss man seine Stimme erheben und klare Kante zeigen für ein demokratisches Miteinander in unserer schönen Stadt Augsburg. Doch der Dank und das Erreichte sind gleichzeitig der Antrieb zum Weitermachen.
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| Lauschendes Publikum im Goldenen Saal. |
Wir machen weiter so!
Dass Inklusion und Gemeinschaft im Behindertenbeirat ebenso pure Lebensfreude bedeuten, bewies die heitere Stimmung während der Feier und besonders beim anschließenden Stehempfang. Ein buntes Buffet für alle Sinne hielt kulinarische Überraschungen bereit, bei denen niemand zu kurz kam.
Der Blick ist fest nach vorne gerichtet. Die Vorsitzende des Behindertenbeirats, Claudia Nickl, brachte den Spirit des Abends perfekt auf den Punkt: »Wir machen weiter!«, und der Chor, in dem Andreas Bourani einst selbst mitgesungen hatte, lud die Gäste zum Mitmachen ein: »Ein Hoch auf das, was jetzt noch kommt.«


