Wasser marsch in Richtung Olympia

Auf dem Foto (v.l.n.r.): Wolfgang Taubert, Hans-Peter Pleitner, Dirk Wurm, Karl Heinz Englet, Bernd Kränzle.

«Panta rhei» – alles fließt, aber wie viel und wohin? Bekommt Augsburg wieder den Zuschlag für die olympischen Kanuwettbewerbe am Eiskanal? In einem Sportgespräch mit dem BLSV-Kreisvorstand skizzierte Augsburgs Sportreferent und zweiter Bürgermeister Dirk Wurm die Chancen und Hürden einer erneuten Ausrichtung im Sommer 2040 oder 2044 (die Spiele 2036 gehen voraussichtlich nach Indien). Mit dem bundesweiten Votum für München als Olympiastadt rückte Augsburg als Austragungsort sofort wieder ins Blickfeld.

Doch noch ist längst nicht alles in trockenen Tüchern. Neben Markkleeberg bei Leipzig als ernsthaftem Mitbewerber stehen vor allem am Augsburger Eiskanal komplexe Aufgaben an. Dirk Wurm verwies auf den Bau einer eigenen Schleuse für garantierte Wassermengen an Trainingstagen, knifflige Fragen des Wasserschutzes, das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren sowie die Anforderungen an Erreichbarkeit, Logistik und Zuschauerversorgung.

Ein geplantes «Olympiagesetz» soll künftig bürokratische Hürden abbauen und Verfahren beschleunigen. Zusätzlich soll eine Augsburger Arbeitsgruppe der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) Tempo machen. Ihr sollen neben lokalen Experten wie Hans-Peter Pleitner (Präsident von Kanu Schwaben Augsburg und Vorsitzender des Sportbeirates) auch Sponsoren und Bau-Fachleute angehören.

Ein Name durfte in dieser Runde keinesfalls fehlen: die Augsburger Kanulegende und Ex-Weltmeister Karl Heinz Englet. Der 87-Jährige zeigte gewohnt großen Kampfgeist und mahnte zur Eile: «Da müssen jetzt sofort die ersten Schritte zur Umsetzung erfolgen. Wir brauchen umgehend eine Planung!» 

Der BLSV-Kreisvorsitzende und Stadtrat Bernd Kränzle sicherte volle Unterstützung zu, gab jedoch zu bedenken, dass Kanuwettbewerbe künftig womöglich aus dem olympischen Programm gestrichen werden könnten. Und wie viel Wasser in frühestens 14 Jahren tatsächlich noch aus den Alpen fließt, bleibt ebenso offen wie der verlässliche Finanzfluss.


Text: Wolfgang Taubert