![]() |
| (Grabstein mit Katz und Maus im Nordfriedhof, Augsburg. Foto Karl Fieger) |
DA STAUNEN DIE KNOCHEN
Auf einem Grab
Im eisigen Wind
Wo Eifersucht selbst
Nicht nach Jahren verrinnt
Sitzt die Katz als Dame
Und lauert, klar
Sie jagt eine Maus
Die ihr Männlein war
Sie springt von dem Sockel
Mit rostigen Krallen
Die Maus flitzt davon
Mit lautem Missfallen
Die Knochen im Grab
Unter morschem Gestein
Hör'n draußen die Jagd
Doch staunen allein
Er ruft aus der Tiefe:
„Was soll dieses Spiel?
Ihr raubt mir die Ruhe
Das ist mir zu viel!“
Doch Männlein als Maus
Und das kätzische Weib
Ignorieren das alles
Zum November-Zeitvertreib
Arnonym, Allerheiligen 2026
Tiefe Gedanken auf dem Friedhof
![]() |
| (Engel auf dem Hermanfriedhof, Augsburg) |
DER ENGEL DROBEN
Die Wangen haben Würmer aufgefressen,
Vernichtet ist der Haare blonder Schopf
Was bleibt, das ist ein Totenkopf
Und selbst die Seelen scheinen nun vergessen
Im harten Stein die Namen sind verwittert
Die Grabbesitzer waren da verbittert
Und haben schließlich Tafeln aufgestellt
Die aber lang schon Rost befällt
Der Engel droben, der das Grab beschütze,
Ist zu dem Dienst jetzt nicht mehr nütze
Die linke Hand ist amputiert
Gesicht und Augen ausradiert
Doch schau: Umfangend öffnet er die Arme
Zum Zeichen, dass er sich erbarme
Und wie den Kopf er zu uns neigt
Scheint es, dass er uns Gnade zeigt
Karl Fieger, Allerheiligen 2026
Meldungen zu Augsburg
finden sich bei DAZ
Veranstaltungen in Augsburg
finden sich bei Neue Szene
Kultur in Augsburg
findet sich bei a3kultur


