| Barbara van Beck aus Augsburg auf einem Gemälde. |
Ihre Lebensgeschichte ist faszinierend, da sie sich deutlich von den Schicksalen vieler anderer von der Norm abweichender Menschen ihrer Zeit unterscheidet: Bildung und Auftritte
Ihre Eltern in Augsburg erkannten früh das öffentliche Interesse an ihrem Äußeren. Statt sie jedoch bloßzustellen, wurde Barbara hervorragend gebildet. Sie lernte mehrere Sprachen und entwickelte ein außergewöhnliches Talent an Tasteninstrumenten wie dem Cembalo und der Orgel.
Karriere und Ehe
Später heiratete sie Johan Michael van Beck, der fortan als ihr Manager fungierte. Das Paar reiste durch ganz Europa, unter anderem nach London, Paris, Rom und Kopenhagen, wo Barbara vor Gelehrten, Adligen und dem Bürgertum auftrat. Sie präsentierte sich nie als „Freak“, sondern stets als hochgebildete, musikalische und elegant gekleidete Dame von Stand. Historische Aufzeichnungen renommierter Zeitzeugen wie des englischen Diaristen John Evelyn bestätigen ihr gewandtes und würdevolles Auftreten.
Nachkommen und späte Jahre
Barbara van Beck gebar ein Kind, das keine Anzeichen der Hypertrichose aufwies und vollkommen gesund aufwuchs. Nach ihren letzten dokumentierten Auftritten um das Jahr 1668 verliert sich ihre Spur in den historischen Quellen.
Ihr elegantes Porträt aus den 1640er Jahren, das sie in einem teuren Seidenkleid zeigt, befindet sich heute in der renommierten Wellcome Collection in London und gilt als wichtiges kunst- und medizinhistorisches Zeugnis.
Das Gemälde der besonderen Frau aus Augsburg ist aktuell in der Ausstellung «HAAR – MACHT – LUST» in der Münchner Kunsthalle zu sehen. Die Kunsthalle widmet sich in der eindrucksvollen Schau der faszinierenden Kulturgeschichte der Haare. Rund 200 Exponate aus drei Jahrtausenden verdeutlichen, wie eng Kopf- und Körperbehaarung seit jeher mit Schönheit, Sexualität, Verführung, aber auch mit Protest und gesellschaftlicher Macht verwoben sind. Von antiken Artefakten über klassische Gemälde bis hin zu moderner Fotografie und Haute Couture beleuchtet die Schau ein alltägliches und zugleich hochpolitisches Thema.
Adresse:
Kunsthalle München
Theatinerstraße 8
München
Mehr Info ist hier zu sehen.
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